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Kinderbetreuung in der Notzeit

Gerade rechtzeitig kommt ein neuer Erlass aus dem Sozialministerium des Landes. Landrat Bauer und die Verantwortlichen im Salzlandkreis hatten darauf gewartet. Ab Mittwoch dieser Woche kann nach dem jüngsten Erlass zur Notbetreuung in Kindertageseinrichtungen und Tagespflegestellen des Landes Sachsen-Anhalt eine feste Gruppe von maximal zwölf Kindergartenkindern gemeinsam in einem Gruppen- oder Schlafraum vom erforderlichen Fachpersonal betreut werden. Statt zwei Kindern im Kindergartenalter kann es auch ein Krippenkind sein, die nötige Eingewöhnungsphase bei allen Betrachtungen inbegriffen. Bis eben war die Zahl auf fünf Kinder je Betreuungsraum gedeckelt.

„Damit entspannt sich die Lage einigermaßen“, begrüßt der Landrat die vorsichtige Lockerung im Sinne der Familien, der Einrichtungen und auch seiner Verwaltung. Es sei sehr wichtig, berufstätigen Eltern Angebote zu unterbreiten, damit sie ihrer Arbeit wieder nachgehen und Geld verdienen können. „Am Ende ist das auch ein Stück weit Wirtschaftsförderung, entlastet die Familien und ist gut für die Unternehmen und den Standort Salzlandkreis“, bemerkt Markus Bauer bei Bekanntwerden der Neuregelung.

„Wir waren zwischenzeitlich an unsere Grenzen gestoßen. Die Plätze zur Notbetreuung wurden knapp und auch der organisatorische Aufwand, den vielen Elternanträgen unter Einhaltung aller Vorgaben gerecht werden zu können“, hatte Anke Meyer, die zuständige Fachbereichsleiterin beim Salzlandkreis, in den morgendlichen Lagekonferenzen auf ein zunehmendes Problem hingewiesen. Bis Anfang dieser Woche waren beim Fachdienst Jugend und Familie 2 902 Anträge auf Notbetreuung in Kindertageseinrichtungen eingegangen, über die zu entscheiden ist.

Derzeit werden rund 15 Prozent aller 12.588 Kitaplätze im Landkreis zur Notbetreuung genutzt. 1.914  Mädchen und Jungen im Alter von bis zu 12 Jahren besuchen die Einrichtungen, von der Krippe bis zum Hort. Anspruch haben Kinder von Eltern in Schlüsselberufen. Wer zu den anspruchsberechtigen Schlüsselpersonen zählt, was systemrelevante Berufe sind, wurde zuletzt mit der 4. Eindämmungsverordnung COVID-19 ausgeweitet. War vorher zudem ein Nachweis beider Erziehungsberechtigter zur entsprechenden Zuordnung erforderlich, um die Zustimmung zur Notbetreuung erhalten zu können, reicht es danach, wenn ein Elternteil dieser Gruppe angehört.

„Das hat uns vor große Herausforderungen gestellt“, sagt Anke Meyer, „zumal viele Eltern diese Berufszuordnung als einzige Zugangsvoraussetzung sehen.“ Allerdings ist selbst das nachrangig, denn Notbetreuung soll es nur geben, wenn eine private Absicherung nicht gewährleistet ist, durch Familienangehörige oder flexible Arbeitszeiten und Arbeitsgestaltung, zum Beispiel im Homeoffice. Auch das legt die 4. Eindämmungsverordnung fest, die vorerst bis einschließlich 3. Mai gilt. Derweil wächst die Ungeduld mit öffentlichen Vorstößen, über weitere Lockerungen, speziell für Kindergärten im Land zu reden.

 

 

 


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