Verbindung wird wiederhergestellt
Der Zinkenbusch bei Plötzkau wird künftig wieder frisches Wasser aus der Saale erhalten. Das dient dem Naturschutz, ist aber auch im Sinne eines attraktiven Wohnstandorts. Deshalb unterstützt der Salzlandkreis das Vorhaben.
Zum Bild: Landtagsabgeordneter Stefan Ruland, Landrat Markus Bauer, Robby Beck von der beauftragten Baufirma, Plötzkaus Bürgermeister Peter Rosenhagen
und Vereinschef Tilo Wechselberger beim symbolischen Spatenstich am Saalealtarm. Bildquelle: Marko Jeschor / Salzlandkreis
Plötzkau. Der als Zinkenbusch bei Plötzkau in der Verbandsgemeinde Saale-Wipper bekannte Saalealtarm wird künftig besser mit Frischwasser aus der Saale versorgt. Dafür wird in den kommenden Wochen ein Deich zu einem anderen Altarm durchbrochen. Ziel des Vorhabens ist, die dortige Tier- und Pflanzenwelt besser zu schützen und den Tourismus in der Region aufzuwerten. Der Bereich gehört zum Plötzkauer Auenwald, dem größten europäischen Schutzgebiet entlang der Saale. Entlang der beiden noch getrennten Saalealtarme verläuft auch der Saaleradweg. Die Kosten für das Projekt betragen rund 64 000 Euro.
Projektverantwortlich ist der Verein Naturpark Unteres Saaletal. Der Verein setzt sich seit 2007 für den Schutz, die Pflege und die Entwicklung von Natur und Landschaft in der Region ein. Ein wesentliches Ziel dabei ist die Förderung der Renaturierung von Gewässerstrukturen, wie Vereinsvorsitzender Tilo Wechselberger beim symbolischen Spatenstich mit Landrat Markus Bauer und Plötzkaus Bürgermeister Peter Rosenhagen vor einigen Tagen vor Ort erläuterte. „Der Durchstich durch den vor Jahrzehnten künstlich geschaffenen Damm wird dazu führen, dass insbesondere in den Sommermonaten die Wassertemperaturen nicht derart steigen, dass massenweise Fische sterben.“ Besser geschützt werden damit auch Biber, Fischotter und andere Lebewesen im Naturschutzgebiet.
Der Salzlandkreis unterstützt das Vorhaben, wie Landrat Markus Bauer sagte. Demnach stellt die Kreisverwaltung 24.000 Euro aus der Gewinnausschüttung der Salzlandsparkasse zur Verfügung. „Neben dem Naturschutz ist uns wichtig, dass die Verbindung der beiden Saalealtarme den Saaleradweg an dieser Stelle aufwertet. Die Menschen sollen sich bei uns in der Natur wohlfühlen.“ Der Landrat dankte dem Verein für das Engagement in der Region. Bürgermeister Peter Rosenhagen hob daneben die Bedeutung des Projekts für den Hochwasserschutz in der Region hervor. Demnach werden die Retentionsflächen deutlich vergrößert. „Das ist eine sehr wichtige Maßnahme für uns.“
Der Landrat verwies auch darauf, dass die Vorbereitungen nicht so einfach gewesen seien wie anfangs erhofft. Mittlerweile habe ein Planungsbüro aber eine Lösung vorgeschlagen, die aus behördlicher Sicht sowie aus Sicht aller Projektbeteiligten auch finanziell umsetzbar sei. Zu den weiteren Projektbeteiligten gehören das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt sowie der Unterhaltungsverband Westliche Fuhne-Ziethe. Nach Angaben von Tilo Wechselberger werden die rund einen Monat andauernden Arbeiten beginnen, sobald es die Witterungsbedingungen zulassen. Die Verbindung wird etwa drei Meter breit sein. Das Aushubmaterial soll im Dammbereich bleiben. Zusätzlich werden auf rund 1000 Quadratmetern neue Pflanzen gesetzt.
Das Projekt unterstützt darüber hinaus der Verband Deutscher Naturparke mit Hilfe des Kaufland Klimafonds mit Unterstützung von Coca-Cola Europacific Partners DE mit 40.000 Euro. Die Arbeiten führt das Bauunternehmen Jaeger Umwelt + Verkehr GmbH + Co KG aus Bernburg aus. Die planerische Begleitung erfolgt durch die KUBENS Ingenieurgesellschaft mbH aus Leipzig.