Alter und neuer Betriebsleiter ebnen den Übergang bis zur Berufung von Dirk Trappe. Landrat informiert über Ralf Felgenträgers Nachfolger und sieht den Eigenbetrieb gut gerüstet für anstehende Aufgaben.
Ralf Felgenträger (l.) und Dirk Trappe (r.), alter und neuer KWB-Betriebsleiter, mit Landrat Markus Bauer.
Bernburg. Führungswechsel beim Kreiswirtschaftsbetrieb Salzlandkreis, mit eingebauter Übergangszeit: Zum 1. Januar ist „der Neue“ offiziell eingestiegen. „Der Alte“, Ralf Felgenträger, verabschiedet sich Ende Mai in den Ruhestand und ab 1. Juni wird dann Dirk Trappe alleiniger Betriebsleiter des KWB im Salzlandkreis.
„Den fälligen Wechsel haben wir seit 2024 intensiv vorbereitet, mit Headhunter und im zertifizierten Assessmentverfahren, sprich mit externem Blick und professioneller Prüfung der 67 bundesweiten Bewerber auf Fachlichkeit. Ich denke, mit dem Ergebnis, das auch der Kreistag bestätigt hatte, können wir sehr zufrieden sein“, erläutert Landrat Markus Bauer die Regelung zur Nachfolge. Er freue sich jedenfalls auf einen reibungslosen Übergang und darauf, gemeinsam Wege zu ebnen für die anstehenden Aufgaben. Das bedeute, intern nicht nur die weitere Digitalisierung voranzutreiben, sondern auch den Blick auf die Wirtschaftlichkeit zu bewahren. Dazu gehören vernünftige Gebühren sowie das Thema der illegalen Müllentsorgung im Kreisgebiet und dabei eben auch jene Gruppen, die sich der Solidargemeinschaft der Gebührenzahler entziehen. Nicht zu vergessen sei natürlich auch insgesamt der Entwicklungsgedanke. Der Landrat dankt in diesem Zusammenhang dem scheidenden Betriebsleiter für die Kraft und sein außerordentliches Engagement in den zurückliegenden Jahren.
Der Kreiswirtschaftsbetrieb (KWB) ist ein Eigenbetrieb des Salzlandkreises mit derzeit 200 Mitarbeitern, die unter anderem dafür sorgen, dass Abfälle eingesammelt und ordnungsgemäß entsorgt werden, dass die Kreisstraßen und zugehörige Radwege und Brückenbauwerke entsprechend ihrer Verkehrssicherheit permanent überprüft, instandgesetzt und unterhalten werden.
„Dass der KWB all diese Aufgaben auch weiter verlässlich erfüllt, als Servicedienstleister und Einheit des Salzlandkreises, das sehe ich als meine erste Aufgabe im Zusammenwirken mit allen Mitarbeitern. Einen Teil von ihnen habe ich im Vorfeld bereits kennenlernen dürfen, bei zwei Betriebsversammlungen, zu denen ich Ralf Felgenträger neben anderen Terminen begleiten konnte. Ich freue mich ebenso darauf, den Betrieb als Ganzes in den nächsten zehn, fünfzehn Jahren strategisch weiterzuentwickeln“, sagt Dirk Trappe, der als KWB-Betriebsleiter zwar neu ist, aber nicht unbekannt in der Region um Schönebeck und im Kreis: 15 Jahre als Mitglied im Stadtrat von Barby und zehn Jahre im Kreistag, sowie beruflich zuletzt als Prokurist der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt (LENA). Aufgrund der neuen Funktion verzichtet er nun auf seine Mandate in beiden politischen Gremien. Er hat sich darüber hinaus auch aus dem Aufsichtsrat der KVG verabschiedet.
Dirk Trappe ist ein Barbyer und wohnt auch heute dort, wo er nicht nur aufgewachsen ist, sondern es in Jugendjahren mit seiner Mannschaft sogar bis zum DDR-Faustballmeister geschafft hatte. Nach der Lehre, dem Grundwehrdienst bei der Bundeswehr und praktischen Erfahrungen im Beruf mit dem Abschluss des Installateur- und Heizungsbaumeisters bei Erdgas Mittelsachsen absolvierte er auch noch nebenher ein Diplom-Studium der Ingenieur-, Wirtschaftswissenschaften und Management. Der nächste Schritt in der Karriere führte ihn 2009 von der regionalen zur nationalen Ebene bei der VNG AG, die, wie Trappe erzählt, als einziges ostdeutsches Unternehmen mit konzernähnlichen Strukturen bundes- und europaweit tätig ist. Viel Reisetätigkeit und jahrelang weite Wege führten 2013, zum Start der neu gegründeten LENA zurück in Heimatnähe. Dirk Trappe bewarb sich dort und wurde Prokurist.
„Heute verstehe ich mich als spezialisierter Generalist, der vieles in Sachen Energie kennengelernt hat, von Infrastrukturen, über passgenaue Produktentwicklung für Kunden, Führungsaufgaben bis hin zu den Strukturen in der Energiebranche und Politikberatung. Das sind wertvolle Erfahrungen, die ich bei meiner neuen Aufgabe nutzen werde. In der Heimatregion selbst einen großen Betrieb führen, mit guten Partnern, das war noch mal ein ganz neuer Anreiz“, begründet Dirk Trappe seine Entscheidung für den Wechsel zum KWB und zum Salzlandkreis.
Der 53-Jährige ist verheiratet, Vater einer erwachsenen Tochter und leidenschaftlicher Musiker, wie er noch verrät. Mit Schlagzeug und Gitarre war er seit seiner Jugend, bis zu Corona, auch mit Band unterwegs. Heute spiele er noch gelegentlich, unter Freunden oder allein zu später Stunde im Wohnzimmer - als Ausgleich nach einem langen Arbeitstag.