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Saalefee unterwegs auf der Saale

1 Mio. Euro zusätzlich vom Land für den R1 geht an den Salzlandkreis

Schadeleben/Bernburg. Eine Million Euro kann der Salzlandkreis abrufen, um den Europaradweg R1 weiter auszubauen im Bereich Seeland. Diese Nachricht aus dem Landesministerium für Wirtschaft und Tourismus ist noch wenige Tage alt. Landrat Markus Bauer freut sich über die zusätzliche Unterstützung des Landes und sieht darin vor allem das unermüdliche Engagement bestätigt, das strategische Vorgehen des Kreises mit allen Partnern und die Erfolge für die Region.

An der Seepromenade in Schadeleben sprach er am Mittwoch über die neuen Möglichkeiten beim R1-Ausbau mit Bürgermeister Robert Käsebier (auf dem Foto 2.v.l.), René Walliser (r.), Geschäftsführer der Seeland GmbH, und mit Detlef Gürth (2.v.r.), der als Landtagsabgeordneter auf politischer Ebene geholfen hat, dass die zusätzlichen Mittel in die Tourismusregion fließen. Mit dabei auch Evelin Wolter vom Fachdienst Kreis- und Wirtschaftsentwicklung und Tourismus.

„Wir haben hier zwei Abschnittsoptionen in der Schublade und werden sehen, was davon wir mit einer Million umsetzen können“, erklärt Landrat Markus Bauer. Auch warum der Salzlandkreis neben seinem eigenen Anteil am Sondervermögen zusätzlich aus dem Landesarm profitiert: „Es gibt viele Radwegprojekte, die für uns notwendig und sinnvoll sind, den Wohn- und Wirtschaftsstandort nach unserer Zukunftsstrategie voranzubringen, wo uns aber fehlende Mittel Grenzen setzen. Das Land sieht in seiner jetzigen Auswahl die interregionale Wichtigkeit, wobei dieser R1-Ausbau sehr gut zusammengeht mit unseren bisherigen Aktivitäten. Neun Millionen Euro in fünf Jahren haben wir beim Europaradweg investiert. Das verbessert die Qualität des Tourismusangebots für Einheimische und Gäste.“

Der Salzlandkreis will zügig in die Umsetzung gehen und zunächst eine Vereinbarung mit der Stadt Seeland schließen, die den neuen Wegeabschnitt später übernimmt. Die Vorplanung muss zeigen, ob der 500-Meter-Abschnitt Neuer Weg Friedrichsaue realisiert oder die 1,1 Kilometer Seepromenade vom fertigen Ausbauabschnitt Friedrichsaue bis zur Gaststätte vervollständigt werden kann. Wenn alles nach Plan läuft, sollte der Ausbau 2028 fertig sein.

Eigenanteile der Stadt Seeland sind nicht vorgesehen. Das freut vor allem Bürgermeister Robert Käsebier, der mit der Seeland GmbH die Gästeregion entwickeln will. Concordia See, Hafenanlage, Abenteuer-Spielplatz, Radwege und dazu Übernachtungsangebote machen zunehmend Lust auf die heimische Region, zumal E-Bikes die Reichweite ausdehnen. „Ich bin Landkreis und Land natürlich sehr dankbar, wenn wir über das überregionale Radnetz so angebunden sind, dass auch längere Aufenthalte attraktiv werden.“

Effiziente Investitionen in Radwege bringen sehr viel Nutzen, vertritt auch Detlef Gürth. Das Land habe in den vergangenen Jahren dafür so viel Geld investiert wie noch nie in der Geschichte Sachsen-Anhalts. Das sei auch richtig, weil der Bedarf besteht und ABM-Radwege aus den 90ern nach heutigen Standards ausgebaut werden.

Die Million für die neue Maßnahme, die für den Salzlandkreis bei der Investitionsbank reserviert ist, stammt aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur. Sachsen-Anhalt will mit seinem 40-Prozent-Anteil, dem sogenannten Landesarm, zentrale, landesbedeutsame Projekte finanzieren, zusätzlich neben sonstigen Förderwegen. Im Bereich Tourismus steht der Europaradweg R1 im besonderen Fokus.

Der R1 – gleichzeitig D-Netz-Route 3 und Radweg Deutsche Einheit ist - verläuft auf 75 Kilometer durch den Salzlandkreis. In den vergangenen Jahren haben Landkreis und Kommunen bereits viele Teilstrecken mit unterschiedlicher Förderung ausgebaut; der Salzlandkreis allein 16 Kilometer für 9,2 Millionen Euro über sein PMO-Projekt aus dem Vermögen von Parteien und Massenorganisationen der DDR.

Die Stadt Bernburg (Saale) setzte eine Neutrassierung und einen Ausbau zwischen Baalberge und Kleinwirschleben um. Hier gibt es darüber hinaus großes Interesse, die R1-Abschnitte im Bereich Leau-Preußlitz und Biendorf über ein gemeinsames Projekt auszubauen.

Schon beschlossen ist der Ausbau der Strecke Staßfurt-Hohenerxleben als Maßnahme zur Beilegung der Kreisumlage-Streitigkeiten. Der Salzlandkreis als Projektträger bereitet derzeit die Planung vor, wird den fertigen Radweg an die Stadt Staßfurt übergeben. Sofern in den nächsten Jahren weitere Mittel aus dem Landesarm Sondervermögen bereitgestellt werden, würden diese primär in den Ersatzneubau der Flutbrücke Gänsefurth investiert.

Auch die Planungen für einen straßenbegleitenden Radweg von Neu Königsaue nach Schadeleben laufen. Der Landkreis kooperiert dabei mit der Landesstraßenbaubehörde und den Städten Aschersleben und Seeland. Die Stadt Seeland selber plant den R1-Ausbau von der Fraubornmühle Hoym Richtung Reinstedt, bis zur Kreisgrenze Falkenstein/Harz.

Sachsen-Anhalt stellt den Kommunen zum Ausbau touristischer Infrastruktur inklusive touristischer Wegebau aus dem Landesarm Sondervermögen 2026 insgesamt 7 Millionen Euro zur Verfügung. Der Salzlandkreis erhält davon als Projektträger sogar 1,5 Millionen Euro, denn es gibt am Pretziener Wehr ein weiteres Vorhaben zur Aufwertung des UNESCO-Welterbes Sachsen-Anhalt. Zählt man ein drittes, ein Projekt der Kreisstadt hinzu, fließt die Hälfte dieser Mittel in den Salzlandkreis.

Dieser Kartenausschnitt verdeutlicht den derzeitigen Stand beim Ausbau des Europaradwegs R1 im Bereich Seeland
Dieser Kartenausschnitt verdeutlicht den derzeitigen Stand beim Ausbau des Europaradwegs R1 im Bereich Seeland

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