Groß Rosenburg. Eine Vision wird Wirklichkeit! Mit einem symbolischen Spatenstich für die Fußgänger- und Radfahrerbrücke bei Groß Rosenburg hat Landrat Markus Bauer gemeinsam mit allen am Projekt beteiligten Partnern am Donnerstag feierlich die Bauphase für eines der größten Infrastrukturprojekte im Bereich Mobilität eingeleitet, die es im Salzlandkreis bisher gegeben hat.
Für rund 7,4 Millionen Euro entsteht in den nächsten Jahren eine 276 Meter lange Brücke über die Saale zwischen Werkleitz und Groß Rosenburg, die nicht nur die beiden Orte besser miteinander verbindet, sondern auch einen wichtigen Impuls für nachhaltige Mobilität gibt. Landrat Markus Bauer dankte beim Spatenstich allen, die das Projekt in den vergangenen Jahren ermöglicht haben: „Wir sehen einmal mehr, wie erfolgreich wir als Region sein können, wenn wir uns gemeinsam Ziele setzen und sie konsequent verfolgen.“
Das hob auch Dr. Ingrid Hanhoff vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Klimaschutz und nukleare Sicherheit in ihrem Grußwort hervor. „Der Salzlandkreis hat trotz schwieriger Rahmenbedingungen keine Mühen bei der Antragsstellung gescheut und letztlich überzeugt dargelegt, warum dieses Projekt eine Bundesförderung verdient.“ Rund fünf Millionen Euro stammen aus dem Förderprogramm Nationale Klimaschutzinitiative.
Die Ministerialdirigentin aus dem Bundesministerium betonte, das Projekt sei modellhaft für ganz Deutschland. „Der Verkehrssektor ist ein großer Emittent von Klimagasen. Nachhaltige Mobilität ist deshalb enorm wichtig für den Klimaschutz.“ Ihren Angaben spielt das Fahrrad mittlerweile als Beförderungsmittel eine große Rolle. Für 55 Prozent der Menschen in Deutschland sei es sogar unverzichtbar.
Landrat Markus Bauer zeigte sich überzeugt, dass diese ausschließlich für Fußgänger- und Radfahrer gebaute Brücke die Alltagsmobilität in der Region nachhaltig beeinflussen werde und auch ein Impuls für den Tourismus darstelle. Er verglich das Projekt mit der Saalebrücke bei Gröna in Bernburg, die vor mehr als 20 Jahren gebaut worden war und seither regelmäßig von tausenden Radfahrern und Fußgängern genutzt wird. „Strecken von 50 Kilometern oder mehr sind dank Elektrofahrrädern heutzutage kein Problem mehr. Morgens am Ringheiligtum, mittags bei Reimanns in Bernburg und nachmittags ein Besuch der Neo-Rauch-Stiftung. Wir verbinden den Salzlandkreis Stück für Stück nachhaltig mit Hilfe neuer Radwege. Davon profitiert die gesamte Region als attraktiver Wohn-, Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort.“
Die vom zuständigen Fachdienst für Kreisentwicklung, Tourismus und Schülerverkehr in Auftrag gegebene und von der Planungsgemeinschaft Ingenieurgemeinschaft Gnade GmbH und IGS Ingenieure GmbH & Co. KG vorgenommene Planung ist beendet. Der ehemalige Geschäftsführer Helmut Gnade sagte dazu, die Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung sei wirklich jederzeit hervorragend gewesen. Er sagte: „Die Fußgänger- und Radfahrerbrücke wird ein Wahrzeichen für die gesamte Region: ein modernes und nachhaltiges Sachsen-Anhalt.“ In den nächsten Wochen finden archäologische Untersuchungen statt, danach rücken die Bagger an. Läuft alles nach Plan, kann die Brücke 2028 eröffnet werden.
Der Bauablauf sei streng getaktet, sagte Dr.-Ing. Martin Arlt von der Arlt Bauunternehmen GmbH, die den Auftrag für den Brückenbau zusammen mit der ZSB Zwickauer Sonderstahlbau GmbH erhalten hatte. Er erläuterte, geplant seien für das Bauwerk rund 550 Baustahl und rund 250 Tonnen Stahlbeton. Die Einzelteile werden im Werk in Calbe hergestellt. „Das ist regionale Wirtschaftsförderung pur“, sagte dazu der Landrat.
Markus Bauer dankte in seiner Ansprache auch den Kreistagsmitgliedern und Hauptverwaltungsbeamten entlang im Elbe-Saale-Winkel für ihre Unterstützung. „Wir machen gemeinsam die Region nicht reicher, sondern wertvoller.“ Diesen Dank gab Barbys Bürgermeister Dr. Jörn Weinert stellvertretend zurück: „Wir sind sehr, sehr dankbar, dass die Brücke gebaut wird. Sie wird vielen Radfahrern regelmäßig die Saalequerung erleichtern; vor allem dann, wenn die Fähre nicht fahren kann.“
Involviert in das Projekt ist neben den genannten Fördermittelgebern und Auftragnehmern auch der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt sowie das Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg und das Landesamt für Archäologie und Denkmalschutz. Zur Feierstunde waren auch Vertreterinnen und Vertreter zugegen.





