Bernburg. Einem aus Sicht landwirtschaftlicher Betriebe verheißungsvollen Frühjahr folgte eine weitere über Wochen andauernde Hitzewelle im Sommer, die auf den Ackerflächen im Salzlandkreis tiefgreifende Spuren hinterließ: „Schlechte Erträge bei gleichzeitig extrem gestiegenen Betriebskosten - die Nerven unserer Landwirte liegen nach vielen Jahren mit schwierigen Rahmenbedingungen blank“, fasste der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Salzland, Matthias Saudhof, bei der jährlichen Übergabe des Erntekorbs an Landrat Markus Bauer die Stimmung zusammen. „Viele Betriebe sind mittlerweile am Limit“, ergänzte Geschäftsführerin Katharina Elwert.
Der Erntekorb wird von den Bauernverbänden Salzland und Nordharz zusammengestellt. Die Übergabe im Herbst ist sowohl aus Sicht der Landwirte als auch des Salzlandkreises ein Zeichen der vertrauensvollen Zusammenarbeit – auch in schwierigeren Zeiten. „Wir können die Herausforderungen nur gemeinsam meistern. Deshalb ist der regelmäßige Austausch wichtig“, sagte Landrat Markus Bauer. Er dankte den Verbandsvertretern für die offenen Worte. Er betonte: „Da, wo wir unterstützen können, stehen wir natürlich an der Seite unserer Landwirte. Denn sie sind ein unverzichtbarer Teil in unserer ländlich geprägten Region.“
Fast drei Viertel der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Dank der hochwertigsten Böden ist die Region traditionell von Ackerbau geprägt. Aufgrund des Klimas spielen dabei auch Sonderkulturen wie Arznei- und Gewürzpflanzen oder Zwiebeln eine Rolle. Der Salzlandkreis steht den hiesigen Landwirten mit den Fachdiensten Klima,- Umwelt und Naturschutz, Gesundheitlicher Verbraucherschutz und Veterinärangelegenheiten sowie Kreisentwicklung und Tourismus als verlässlicher Partner zur Seite. Wie eng das Verhältnis ist, wird auch am gemeinsam geplanten Auftritt von Salzlandkreis und Bauernverbänden auf der Grünen Woche in Berlin Anfang nächsten Jahres deutlich. Die Vorbereitungen dazu laufen derzeit.
Der Landrat verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass der Salzlandkreis auf Grundlage sogenannter dynamischer wasserrechtlicher Erlaubnisse auch in diesem Jahr wieder kein pauschales Wasserentnahmeverbot aussprechen musste, sowie das Engagement der Kreisverwaltung bei Klimaschutz und Klimaanpassung. Die Inhalte der entsprechenden Konzepte werden regelmäßig auch mit den Bauernverbänden abgestimmt. Themen im Gespräch waren außerdem neue Tierseuchen und Schädlinge wie die Schilf-Glasflügelzikade, deren effektive Bekämpfung noch immer nicht möglich ist.
