Barby. „Heimat entsteht nicht von allein. Sie entsteht dort, wo Menschen anpacken. Das war die Botschaft von Landrat Markus Bauer beim Auftakt der Festwoche „800 Jahre Grafschaft Barby“, die am vergangenen Freitagabend mit einer Andacht in der Johanniskirche in Barby eröffnet wurde.
Die Johanniskirche gilt als Begräbniskirche des Barbyer Grafengeschlechtes, dessen farbig gefasste Epitaphe bis heute von den Wänden blicken. Anlass des Jubiläums ist die erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1226. Gefeiert wird aber nicht die Huldigung der Grafen, sondern das gemeinsame Wirken aller elf Ortsteile der Einheitsgemeinde, die größtenteils gemeinsame historische Wurzeln haben.
Genau daran knüpfte der Landrat in seinem Grußwort an. „Heimat ist keine Selbstverständlichkeit. Heimat ist das, was wir aus unserer Region machen“, sagte Markus Bauer. Es seien die Vereine und die vielen Ehrenamtlichen, die aus 800 Jahren Geschichte kein Datum im Kalender machten, sondern eine lebendige Gemeinschaft.
Bürgermeister und Initiator des Jubiläums, Dr. Jörn Weinert, warb in diesem Zusammenhang für den Zusammenhalt in der Einheitsgemeinde. „Wir müssen die Truppe zusammenhalten, in guten wie in schlechten Zeiten.“ Der Landrat übergab dem Bürgermeister stellvertretend für die vielen Engagierten in den Ortsteilen die Ehrenurkunde des Salzlandkreises.
Der Landrat verwies zugleich auf die besondere Lage der Stadt. Barby liegt dort, wo die Saale in die Elbe mündet, seit jeher ein Ort am Übergang, an dem sich die Wege kreuzen. Diese Lage habe die Stadt über Jahrhunderte geprägt und stehe zugleich für die Rolle des gesamten Salzlandkreises. „Der Kreis ist das Scharnier zwischen Halle und Magdeburg, mittendrin zwischen zwei starken Städten. Davon profitiert eine ganze Region“, sagte Markus Bauer.
Wie eng Geschichte und Gegenwart in Barby zusammengehören, machte der Festvortrag deutlich. Der Historiker Prof. Konrad Breitenborn aus Wernigerode zeichnete das Wirken des Barbyer Landwirts und Politikers Adolph von Dietze nach, der 1848 den heimischen Kreisstraßenbau mit tausend Talern finanzierte und damit zahlreiche Arbeitsplätze schuf.
Zu den Gästen zählten mit Gernot und Helga von Dietze auch Nachkommen der Familie.





