Nachterstedt. ROFI-L entwickeln, im Sinne der Seeländer und der gesamten ländlichen Region – darum geht es den Kooperationspartnern in Sachen praxisorientierte Förderung individuellen Lernens – kurz PROFI-L. Das Motto: Lernen fürs Leben, gemeinsam für die Region.
„Dahinter stehen wir“, sagt Landrat Markus Bauer. „Was die Seelandschule Nachterstedt hier inhaltlich entwickelt hat und im Verbund mit den Kammern und Unternehmen anbietet, ist ein innovatives, ein äußerst spannendes Projekt aus unserem ländlichen Raum heraus. Das Berufsbildungsprojekt trägt Signalwirkung für die zukunftsfähige Sekundarschule vielleicht in ganz Deutschland und verfolgt genau die Richtung, in die wir als Kreis mit unserer Zukunftsstrategie, als Schulträger und als Arbeitgeber seit Jahren gehen. Junge Menschen sollen mit uns die Möglichkeit verbinden, in der Heimatregion zu lernen, zu arbeiten und zu bleiben. Deswegen ist der Salzlandkreis als institutioneller Struktur- und Entwicklungspartner bei PROFI-L mit im Boot.“
Zur Unterzeichnung des Kooperationsvertrags im Rahmen des PROFI-L-Projekts hatte der Leiter der Seelandschule, Tim Hase, seine ebenso vom Konzept überzeugten Kooperationspartner in dieser Woche ins Novelis-Werk Nachterstedt eingeladen. Für den Salzlandkreis unterzeichnete Fachbereichsleiterin Anke Meyer den Vertrag. Sie dankte allen Beteiligten aus Schule, Wirtschaft und Verwaltung bis zum Landesschulamt für das Engagement.
Zum Netzwerk und den Erstunterzeichnern gehören mit der Seelandschule und dem Salzlandkreis die Industrie- und Handelskammer Magdeburg und die Handwerkskammer Magdeburg als Hauptpartner, dazu Novelis, die Schloß Hoym Stiftung und die Salzlandsparkasse. Der Kooperationsvertrag ist zunächst auf drei Jahre angelegt, soll aber möglichst dauerhaft Erfolg sichern mit der Hilfe auch weiterer Unterstützer.
PROFI-L ist das zentrale Berufsorientierungsprojekt der Seelandschule Nachterstedt: vier Tage in der Schule, ein Tag Praxisunterricht beim individuell gewählten Unternehmen. Und das durchgängig in einem mehrjährigen Bildungsprozess, nicht nur punktuell. Schulisches Lernen, betriebliche Praxis, Reflexion und individuelle Kompetenzentwicklung werden systematisch miteinander verbunden.
Sekundarschulleiter Tim Hase und seine Partner wollen aus der Region deutschlandweit übertragbare Lösungen entwickeln. „Wir sehen die Berufsbildung als Dauerlauf, von der fünften bis zur zehnten Klasse“, macht Hase deutlich. Wichtig sei im Projekt die Zusammenarbeit mit den Betrieben und Ausbildungsleitern vor Ort, der Abgleich der Leistungen mit den Kammern und die Unterstützung der Netzwerkpartner bis zur Landesebene, dann könnten auch die gerade erstmals erfolgten praktischen Zusatzprüfungen von Neuntklässlern Eingang finden in die Zeugnisse. „Schüler können zeigen, was in ihnen steckt und was sie in der Praxis verwirklichen können.“ Das sei für viele seiner Schützlinge eine wichtige Anerkennung und zusätzliche Motivation, betont der Pädagoge.
Es ist ein Plädoyer für die Rolle der Sekundarschulen und deren Bedeutung für den Arbeitsmarkt in unserem Land. Bei der Vertragsunterzeichnung stützten alle die Herangehensweise der Seelandschule und der Kooperationspartner, wie geeigneter Fachkräftenachwuchs vor allem für kleine und mittlere Unternehmen gefunden und in der Region gehalten werden soll. Denn um die heutigen Herausforderungen zu meistern, braucht es gesamtgesellschaftliches Engagement.





