Bernburg/Seeland. Zuletzt hatte der Stadtrat Seeland den Landkreis-Vorschlägen zum weiteren Ausbau des Europaradwegs R1 einheitlich zugestimmt, jetzt setzten Landrat Markus Bauer und Seeland-Bürgermeister Robert Käsebier ihre Unterschriften unter die entsprechende Vereinbarung: Auf dieser Grundlage baut der Salzlandkreis den Europaradweg R1 in der Seeländer Tourismusregion weiter aus - im Bereich Friedrichsaue und Schadeleben. Die Kreisverwaltung bringt dabei die zentralen Vorgaben mit den lokalen Vorstellungen zusammen. Für das Projekt steht eine Million Euro zur Verfügung, zusätzliche Mittel für den touristischen Wegebau aus dem sachsen-anhaltischen Landesarm des Infrastruktur-Sondervermögens.

„Dieser fortgesetzte R1-Ausbau ist ein gutes Beispiel für den Erfolg, den wir innerhalb der kommunalen Familie erzielen können, wenn wir zusammenarbeiten“, erklärte Landrat Markus Bauer bei der Unterzeichnung der Vereinbarung. „Wir bündeln die Kräfte und verbessern gemeinsam die Qualität des Tourismusangebots für Einheimische und Gäste.“ Insgesamt neun Millionen Euro flossen in den vergangenen fünf Jahren auf Grundlage der Zukunftsstrategie Salzlandkreis 2030 in die Radinfrastruktur im Salzlandkreis. Der Landrat dankte in diesem Zusammenhang ausdrücklich der Landesregierung für die finanzielle Unterstützung, da kommunale Finanzmittel nicht für alle Vorstellungen zur Entwicklung der Region ausreichen.

Seit im Mai die Finanzierungszusage vom Land verbindlich wurde und der Salzlandkreis Vorschläge unterbreitet hatte, welche Abschnitte mit diesem Geld finanziert werden könnten, stimmten sich die Beteiligten vor Ort in mehreren Runden über den Sommer nochmal konkreter ab. Für den Bereich Friedrichsaue übernahm der Salzlandkreis den Wunsch aus der Ortschaft und der Stadt Seeland. Demnach soll dort in drei Abschnitten innerorts gebaut werden: zunächst der Ausbau der Chausseestraße aus Richtung Gatersleben: etwa 110 Meter auf vier Meter Breite in Asphalt bis zur Einmündung Landesstraße 73. Im direkten Anschluss von dort wird im zweiten Abschnitt ein 90 Meter langes Teilstück neu gebaut, drei Meter breit bis zur Einmündung in die Chausseestraße in Richtung Süden. Und der bereits vorhandene ländliche Weg wird auf 3,50 Meter Breite in Asphalt ausgebaut zwischen der Einfahrt zur Stallanlage und der Einmündung in die Brunnenstraße. Das betrifft weitere 80 Meter. Für alle drei Abschnitte zusammen würden etwa 360.000 Euro benötigt.
510.000 Euro Kostenaufwand besagt die bisherige Schätzung für die vorgesehene Erneuerung des Radwegs unterhalb des Abenteuerspielplatzes im Bereich Schadeleben. Über knapp 600 Meter, zwischen dem Fahrrad- und Infostützpunkt und dem Abzweig des Wirtschaftswegs zum Abenteuerspielplatz, sollen die Wurzelschäden dort beseitigt und die Fahrbahn neu aufgebaut werden.
Alle notwendigen Kosten bis zu einer Million Euro für den nächsten R1-Ausbau trägt der Salzlandkreis. Für darüber hinausgehende und für nicht förderfähige Aufwendungen tritt die Stadt Seeland ein. Wie diese finanzielle Aufteilung verabreden die Projektpartner mit der Kommunalvereinbarung auch die weiteren Schritte und Verantwortlichkeiten. Sobald die Tinte unter dem Vertrag getrocknet ist, beantragt der Salzlandkreis das vom Land bereitgestellte Fördergeld und kümmert sich um die Vergabe der Planungsleistungen für die Ausbauabschnitte.
Bürgermeister Robert Käsebier sagte bei der Vertragsunterschrift: „Wir freuen uns über die Unterstützung des Salzlandkreises.“
Der Europaradeweg R1
– gleichzeitig D-Netz-Route 3 und Radweg Deutsche Einheit - verläuft 75 Kilometer durch den Salzlandkreis. In den vergangenen Jahren haben Landkreis und Kommunen bereits viele Teilstrecken mit unterschiedlicher Förderung ausgebaut; der Salzlandkreis allein 16 Kilometer für 9,2 Millionen Euro über sein PMO-Projekt mit Mitteln aus dem Vermögen von Parteien und Massenorganisationen der DDR.
