Bernburg. Die Lücke vom Wunsch zur Wirklichkeit schließt sich. Seit wenigen Tagen liegt nun auch die Millionen-Förderzusage für einen Radweg zwischen Eggersdorf und Großmühlingen in der Gemeinde Bördeland bei Landrat Markus Bauer auf dem Tisch: „Wir sind sehr froh, das gemeinsame Vorhaben mit Hilfe von Land und Bund wie geplant weiter umsetzen zu können. Allein als Kreis hätten wir das sonst so nicht verwirklichen können. Dafür sind wir alle sehr dankbar.“ Mit „alle“ in seinen Worten schließt er bei einem Infotermin in Bernburg seine projektbeauftragten Mitarbeiter der Kreisverwaltung ebenso ein wie seinen Projektpartner, die Gemeinde Bördeland, natürlich die Einwohner beider Orte und Bürgermeister Marco Schmoldt. Er sagt: „Das lässt mein Herz als Bürgermeister höher schlagen und mich freuen. Kein Zweifeln mehr, dass der Radweg nun gebaut wird und das Radwegenetz in der Gemeinde Bördeland nahezu geschlossen. Das ist wichtig für alle Altersgruppen, die zur Schule fahren oder die Veranstaltungen in der Hegersporthalle besuchen.“

Bis zu 1,114 Millionen Euro Förderung in einem Zeitrahmen bis Jahresende 2030 – das entspricht 90 Prozent der derzeitigen Planungs- und Baukosten – kann der Salzlandkreis auf seinen Antrag als Projektträger erhalten für den Bau eines straßenbegleitenden Geh- und Radwegs entlang der Kreisstraße 1292 zwischen Eggersdorf und Großmühlingen. Das Geld kommt aus Mitteln des Bundes für lnvestitionen in den Radverkehr durch das Sonderprogramm „Stadt und Land“. Die Gemeinde Bördeland wird die Eigenmittel übernehmen und auch mögliche Kosten, wenn sie darüber hinausgehen.
Auf eine solche gemeinsame Umsetzung im Partnerschaftsmodell hatten sich der Salzlandkreis und die Gemeinde Bördeland vergangenes Jahr geeinigt. Um das Förderprojekt schnell voranzubringen, schob der Landkreis die Planung an und ging in Vorleistung. „Wieder so ein Beispiel, mit dem wir unter den gegebenen Voraussetzungen mit gemeinsamer Kraft die Radweginfrastruktur erweitern und damit unseren Wohn- und Wirtschaftsstandort aufwerten“, hebt Landrat Markus Bauer hervor. Im konkreten Fall geht es um rund 1,1 Kilometer Radweg vom Ende der Chausseestraße in Eggersdorf bis Ortslage Großmühlingen, Höhe Eggersdorfer Straße 10, sicher abgegrenzt westlich der Straße, und ein lange gehegter Wunsch der Bördeländer. Denn Großmühlingen ist auch ein Schulstandort und vor allem Kinder und Jugendliche sollen dort sicherer unterwegs sein.
Fachdienstleiter Tilo Wechselberger, zuständig für Kreis- und Wirtschaftsentwicklung und Tourismus, erläutert das Vorhaben: Die neue Verbindung wird als gemeinsamer Geh- und Radweg gebaut, im Außenbereich mit einer Regelbreite von zweieinhalb Metern plus Bankett und Sicherheitstrennstreifen zur Kreisstraße. Innerorts sind drei Meter Breite, Bankett und ebenfalls eine Trennung zur Fahrbahn vorgesehen. „Nach der Vorplanung arbeitet unser beauftragtes Planungsbüro, das Ingenieurbüro Lübbers, inzwischen an der Umweltplanung, mit Vermessungsarbeiten und Baugrundgutachten. Derzeit erfolgt die zeitaufwändige Artenschutzkartierung. Parallel dazu prüft das Ingenieurbüro verschiedene Varianten, wie der Mortzgraben gequert werden kann und wie die Entwässerung einzuplanen ist“, zählt der Fachdienstleiter einzelne, aber wichtige Punkte im umfangreichen Prozess auf. „Unser Zeitplan sieht vor, dass die Kartierungen und der Landschaftspflegerische Begleitplan Ende des nächsten Jahres abgeschlossen sein sollen. Danach können wir in die Genehmigungsphase gehen und Ende 2028 die Bauleistung vergeben. Wenn dieser Plan so aufgeht, wird der neue Radweg ab Frühjahr 2029 gebaut.“ Und aus dem Wunsch der Bördeländer wird Wirklichkeit mit dem Salzlandkreis.
