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Klimaanpassungskonzept

Klimaresilienter Landschaftswasserhaushalt

Bernburg. Wetterextreme nehmen bundesweit zu. In den vergangenen Wochen kam es zu extremer Hitze und Unwettern mit Starkregen und Hagel. Das hat negative Folgen für Menschen und auch Gewässer, landwirtschaftliche Erträge und die Vegetation. Über den aktuellen Stand in der Region und den Fortgang bei der Erarbeitung des kreiseigenen Klimaanpassungskonzepts informierte kürzlich die Klimaanpassungsmanagerin im  Salzlandkreis.

Eine Auftaktveranstaltung mit Informationen zur Ausgangslage und ein Workshop zum Thema „Entwicklung eines klimaresilienten Landschaftswasserhaushalts“ brachte Akteure zusammen zur Diskussion um nachhaltige Lösungen und konkrete Maßnahmen für die hiesige Region. Die Ergebnisse sollen Aufnahme finden im weiteren Prozess, um sich an klimatische Extreme wie Hitze und Wasserknappheit, aber auch Starkregen und Hochwasser anzupassen.

Der Einladung der Kreisverwaltung waren neben eigenen Fachdiensten auch betraute Vertreter der kreisangehörigen Kommunen, des Wasserzweckverbands und der Hochschule Anhalt aus Bernburg, der LEADER-Region Börde-Bode-Auen sowie der Umweltverbände NABU und BUND gefolgt.

Von Landesebene wird das Vorgehen mit großer Aufmerksamkeit betrachtet und begleitet, denn der Salzlandkreis ist derzeit der einzige Landkreis in Sachsen-Anhalt, der mit der Erstellung eines Klimaanpassungskonzepts begonnen hat. Bis Jahresmitte 2031 sind alle Landkreise - wie auch die kreisfreien Städte - im Land gesetzlich dazu  verpflichtet und erhalten einen finanziellen Ausgleich.

Aus dem Landesumweltministerium war die Referatsleiterin für Klimawandel und Klimaschutz, Steffi Mitschke, zur Veranstaltung nach Bernburg gekommen mit einem Impulsvortrag zum Klimaanpassungsgesetz.

Die Klimaanpassungsmanagerin des Kreises hat in den ersten Monaten ihrer Tätigkeit bereits wichtige Arbeit geleistet. Sie trug Daten über regionale Klimaveränderungen zusammen und erfasste die Auswirkungen auf die Region. Daraus ergaben sich erste Zielvorstellungen, welche im weiteren Prozess mit Akteuren verschiedener Branchen weiterentwickelt werden. Im Rahmen der Veranstaltung erhielten die Teilnehmer dazu einen umfassenden Einblick, eine Ermutigung und das Angebot, sich bei der Klimaanpassung engagiert zu beteiligen.  

Im Workshop ging es um konkrete Lösungsansätze für die Fragen zur Landwirtschaft und biologischen Vielfalt, zu Stadtgrün und Gesundheit der Menschen und natürlich zu Wasserhaushalt und -wirtschaft. Das Ziel ist die Entwicklung eines klimaresilienten Landschaftswasserhaushalts. Denn Trockenheit setzt die Gewässer, Gehölze und Tierarten im gesamten Landkreis unter Stress, landwirtschaftliche Erträge büßen ein. Gleichzeitig besteht bei Hochwasser- und Starkregenereignissen an verschiedenen Orten eine Gefährdungslage.

Mit neuen Retentionsflächen und Renaturierung der Auen, zum Beispiel an der Bode, könnte Abhilfe geschaffen werden. Das Wasser in der Landschaft halten, nicht ableiten -  auch mit der Entwicklung blau-grüner Infrastruktur, einem ganzheitlichen planerischen Konzept, das Klimaresilienz und Artenvielfalt im Siedlungsraum fördert. Dazu gehören die Nutzung und Versickerung von Niederschlagswasser vor Ort zur Bewässerung der Grünanlagen und die Erweiterung des Stadtgrüns. So können Wasserressourcen geschont werden und bei Hitze kühlende Wirkung erreichen. Um den Herausforderungen in der Landbewirtschaftung zu begegnen, soll das Potenzial von Agroforstsystemen genauer geprüft werden. Agroforstsysteme sind multifunktional, kombinieren landwirtschaftliche Nutzung und die Nutzung von Gehölzen auf einer Bewirtschaftungsfläche.

Speziell zum Thema Landwirtschaft und Hitze wird es in den kommenden Monaten zwei weitere Workshops geben, kündigt Luisa Böning, die Klimaanpassungsmanagerin, an. 

Das Konzept zur Klimaanpassung, das der Salzlandkreis derzeit erarbeitet, ist Teil der Zukunftsstrategie Salzlandkreis 2030 und ergänzt das bereits erstellte Klimaschutzkonzept, auf dessen Grundlage die Reduktion von Treibhausgasen in der Region besser gelingen soll. „Langfristig zahlt sich eher aus, dass wir uns aktiv dem klimatischen Wandel und den Rahmenbedingungen anpassen, als später die Folgen zu regulieren“, ist Landrat Markus Bauer überzeugt. Der Salzlandkreis solle auch künftig ein attraktiver Wohn-, Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort zwischen Halle und Magdeburg sein. „Wir wollen uns nicht nur zu einer klimaneutralen Region entwickeln, sondern den Menschen hier auch bestmöglichen Schutz vor den noch zu erwartenden Extremwetterereignissen bieten.“

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