Pretzien/Bernburg. Für die Maßnahme „Touristische Aufwertung Weltkulturerbe“ sind 500.000 Euro bei der Investitionsbank für den Projektträger Salzlandkreis reserviert. „Wir haben die Nachricht aus dem Landesministerium für Wirtschaft und Tourismus mit großer Freude entgegengenommen“, informierte Landrat Markus Bauer am Dienstag öffentlich.
Was der Salzlandkreis nach jetzigem Stand mit der halben Zusatz-Million vorsieht, um der Bewerbung zum Welterbetitel einen deutlichen Schub zu versetzen, war Thema beim Vor-Ort-Termin am Pretziener Wehr. Der Landrat und Fachdienstleiter Kreis- und Wirtschaftsentwicklung und Tourismus Tilo Wechselberger (auf dem Bild 2.v.l. und links) trafen sich mit Martina Große-Sudhues (rechts), der Direktorin des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, mit Bert Knoblauch (2.v.r.), Oberbürgermeister von Schönebeck, sowie mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Gunnar Schellenberger (Bildmitte), der auf politischer Ebene maßgeblich geholfen hat, dass diese Landesmittel in die Tourismus- und angestrebte Welterberegion fließen.
Der Salzlandkreis wird demnach gemeinsam mit dem Verein „Weltkulturerbe im Salzlandkreis“, der Stadt Schönebeck (Elbe) und dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz ein konkretes Projekt entwickeln - das könnte beispielsweise der Neubau eines Informationszentrums sein. Dafür wird umgehend mit der Suche nach einem Standort begonnen, wie Tilo Wechselberger versicherte.
„Ich freue mich sehr“, sagte OB Bert Knobauch. „Wir sind gestartet mit Visionen, einem ehrenamtlichen Verein, dem ich sehr danke. Danke auch dem Salzlandkreis, der das alles hauptamtlich umsetzt. Wir wollen den Menschen hier erklären, dass das Wehr nicht nur wichtig von der Funktion ist, sondern eben auch Weltkulturerbe. Und die Menschen mitzunehmen, dient dann am Ende auch die Umsetzung solcher Mittel und Ideen.“
„Schätze wie das Pretziener Wehr - oder darüber hinaus auch das Ringheiligtum Pömmelte oder die Herrnhuter Siedlung Gnadau - sind einmalig. In deren Erhalt und touristischer Aufwertung steckt enormes Potenzial für unseren ländlichen Raum als Scharnier zwischen Magdeburg und Halle. Das sehe ich wie die engagierten Unterstützer des Welterbeantrags im Raum Schönebeck und im Land Sachsen-Anhalt. Und es deckt sich mit unserer Zukunftsstrategie für den Salzlandkreis.“ Landrat Markus Bauer betonte seine Dankbarkeit für das große, gemeinschaftliche Engagement und dafür, dass das Land jetzt dem Salzlandkreis aus dem Landesarm-Sondervermögen die Summe zur Verfügung stellt, zusätzlich neben den üblichen Förderwegen.
„Zum UNESCO-Welterbe aufzusteigen ist aufwändig und wir brauchen dafür die Kraft der ganzen Region. Nicht nur die Politik, Institutionen oder die Verwaltung macht was, sondern die Bürger machen etwas. Das ist im höchsten Maße ein Bewertungskriterium und mir sehr, sehr wichtig, das zu erreichen.“ Der Landrat spricht dabei auch vom Salzlandkreis als eines der Gründungsmitglieder des Vereins „Weltkulturerbe im Salzlandkreis e.V.“ im vergangenen September. Seiner Entstehung vorausgegangen waren intensive Vorbereitungen und die entsprechende Beschlussfassung im Kreistag, die einstimmig ausfiel. Der Salzlandkreis stellt damit auch die Geschäftsstellentätigkeit und eine halbe Personalstelle in der Geschäftsstelle sicher.
Seitdem erhöht sich die Mitgliederzahl im Verein weiter. Von mehr als 60 bisher wusste Gunnar Schellenberger zu berichten und dass jüngst die Landeshauptstadt Magdeburg als neues Mitglied begrüßt werden konnte. Er sagte: „Wir haben eine ganze Menge vor und das geht eben nur gemeinsam und bedeutet eine ganze Menge Arbeit.“
Alle Aktivitäten rund um das Pretziener Wehr wurden auch bisher schon durch Investitionen in die touristische und die Verkehrsinfrastruktur vom Salzlandkreis unterstützt. Ein straßenbegleitender Radweg wurde neu gebaut an der Kreisstraße zwischen Plötzky und Pretzien. Seit 2021 kann er befahren werden. Und aktuell hat der Landkreis eine Fläche unmittelbar am Pretziener Wehr erworben, um dort eine Buswendeschleife und einige Parkplätze zu errichten. Die Vorplanung liegt vor und soll Anfang Juni mit allen Beteiligten besprochen werden, so dass es zügig in die Genehmigungs- und Ausführungsplanung gehen kann. Die Baukosten für diese Maßnahme werden ebenfalls auf rund 500.000 Euro geschätzt.





