Universitätsklinikum Magdeburg: Zum 1. Januar 2027 soll damit das erste geförderte Hospiz- und Palliativnetzwerk in Sachsen-Anhalt an den Start gehen.
Am 3. September haben Landrat Markus Bauer und Thomas Pfeiffer, Geschäftsführer des MVZ des Klinikums Cracau der Universitätsmedizin Magdeburg gGmbH, die Vereinbarung zum Aufbau des Hospiz- und Palliativnetzwerks gemäß § 39d Absatz 3 SGB V unterzeichnet. Damit schafft der Salzlandkreis die Grundlage für eine koordinierte und vernetzte Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen in der Region.
„Eine qualitativ hochwertige Versorgung unserer Bevölkerung ist Bestandteil unserer Zukunftsperspektive Salzlandkreis 2030. Dazu gehört auch, Menschen mit einer schweren, unheilbaren Erkrankung eine Versorgung zu ermöglichen, die medizinische, pflegerische, psychosoziale und seelsorgerische Angebote miteinander verbindet. Mit dem Hospiz- und Palliativnetzwerk schaffen wir eine Struktur, die genau diese Zusammenarbeit stärkt und Betroffenen sowie ihren Angehörigen zugutekommt“, sagt Landrat Markus Bauer. Er dankt dem MVZ des Klinikums Cracau der Universitätsmedizin Magdeburg gGmbH für die Zusammenarbeit.
Der Landrat verweist in diesem Zusammenhang auch auf das Netzwerk, das der Salzlandkreis mit Hilfe einer Psychiatriekoordinatorin aufgebaut hat. „Bestmögliche Rahmenbedingungen schaffen wir immer stets gemeinsam mit unseren Partnern.“
Der Salzlandkreis stellt für den Aufbau und die Koordination des Netzwerks im kommenden Jahr 15.000 Euro bereit. Eine Förderung in gleicher Höhe ist durch die gesetzlichen Krankenkassen vorgesehen.“
Eine Förderung in gleicher Höhe ist durch die gesetzlichen Krankenkassen vorgesehen.
Mit der Mitfinanzierung der Netzwerkkoordination ist der Salzlandkreis der erste Landkreis in Sachsen-Anhalt, der den Aufbau einer solchen koordinierten Versorgungsstruktur aktiv unterstützt. Bundesweit gibt es derzeit 87 geförderte Hospiz- und Palliativnetzwerke. Sachsen-Anhalt gehörte bislang zu den wenigen Bundesländern ohne eine entsprechende Netzwerkstruktur.
Die unabhängige Netzwerkkoordination übernimmt die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) des MVZ des Klinikums Cracau der Universitätsmedizin Magdeburg gGmbH. Sie wird den Aufbau des Netzwerks begleiten, die beteiligten Einrichtungen miteinander vernetzen, fachliche Beratung anbieten und den regelmäßigen Austausch zwischen den verschiedenen Versorgungsbereichen fördern.
„Eine gute Hospiz- und Palliativversorgung gelingt nur durch enge Zusammenarbeit. Unser Ziel ist es, vorhandene Kompetenzen zu bündeln, Versorgungslücken frühzeitig zu erkennen und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Menschen im Salzlandkreis zu entwickeln“, erklärt Thomas Pfeiffer, Geschäftsführer des MVZ des Klinikums Cracau der Universitätsmedizin Magdeburg gGmbH.
Zu den Aufgaben des Netzwerks gehört es, die Versorgung von Menschen mit weit fortgeschrittenen und nicht heilbaren Erkrankungen weiterzuentwickeln. Dafür werden Haus- und Fachärzte, ambulante Pflegedienste, stationäre Pflegeeinrichtungen, Hospizdienste, Krankenhäuser, Seelsorge sowie weitere Partner der Hospiz- und Palliativversorgung stärker miteinander verknüpft.
Die Netzwerkkoordination wird regelmäßige Netzwerktreffen und Workshops organisieren, den fachlichen Austausch fördern und bestehende Versorgungsstrukturen weiterentwickeln. Ein besonderer Fokus liegt auf der Verbesserung von Schnittstellen zwischen den beteiligten Einrichtungen sowie auf einer besseren Abstimmung der Versorgungsprozesse. Im Mittelpunkt stehen dabei stets die Lebensqualität und die bestmögliche Begleitung der Patientinnen und Patienten sowie die Unterstützung ihrer Angehörigen.
Der Aufbau des Netzwerks wird zusätzlich durch die Weiterentwicklung der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) im Salzlandkreis unterstützt. Mit der Eröffnung eines weiteren SAPV Standortes in Aschersleben ergänzt das MVZ des Klinikums Cracau die bestehenden Standorte in Staßfurt und Schönebeck und stärkt damit die wohnortnahe palliative Versorgung in der Region. Mit dem Salzlandkreis gewinnt die Initiative ihren ersten kommunalen Partner in Sachsen-Anhalt – eine Kooperation mit Signalwirkung, die künftig auf weitere Landkreise ausgeweitet werden soll.
