Bernburg/Cochstedt. Haltestelle Cochstedt-DLR: Wenn der Bus Mitarbeiter oder Gäste des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) an Ort und Stelle befördert, finden sie in Kürze barrierefreien Ein- und Ausstieg und einen Wartebereich mit Schutz vor Wind und Wetter. Das war auch ein Wunsch des Nationalen Erprobungszentrums und ein Kooperationsangebot an die Kreisverwaltung. Der Salzlandkreis baut die ÖPNV-Haltestelle an der Kreisstraße 1307 nach neuem Standard aus. Bis Ende April sollen die neuen Wartehäuschen stehen und alle Arbeiten abgeschlossen sein. Am heutigen Donnerstag war symbolischer Spatenstich.
Der Landkreis und der DLR-Standort Cochstedt hatten hierzu im Vorfeld eine Kooperationsvereinbarung getroffen, die von der Planung bis zur Kostenaufteilung reicht. Das DLR übernimmt die Planungs- und ein Viertel der Baukosten. Die übrige Summe der rund 90.000-Euro-Investition in die Verkehrsinfrastruktur trägt der Salzlandkreis aus Zuwendungen zum barrierefreien Ausbau von Haltestellen nach dem Gesetz zum öffentlichen Personennahverkehr Sachsen-Anhalt.
„Unsere Vorstellungen decken sich hier“, sagt Landrat Markus Bauer mit Verweis auf die Zukunftsstrategie Salzlandkreis 2030. „Wir schaffen für die Region beim ÖPNV verlässliche Rahmenbedingungen. Für die Kooperation in der Umsetzung bin ich dem DLR mit Einrichtungsleiter Daniel Sülberg sehr dankbar. Der Haltestellenausbau ist ein weiteres Puzzleteil, gut für alle, die hier Arbeit und Wohnung haben oder noch finden. Es liegt in unserem beiderseitigen Interesse, den DLR-Standort Cochstedt und den Wohn-, Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Salzlandkreis weiter zu entwickeln.“
„Das Nationale Erprobungszentrum wächst“, sagt Leiter Daniel Sülberg. „Das betrifft die Anzahl der Projekte, die Test- und Forschungsinfrastruktur und auch die Mitarbeiterzahl. In Cochstedt sind mittlerweile über 60 Personen tätig.“ Und weiter: „Vor diesem Hintergrund war es beispielsweise wichtig, dass wir im vergangenen Jahr den Umbau des ehemaligen Terminalgebäudes abschließen und es in Betrieb nehmen konnten, um zusätzlichen Platz für unsere künftige Arbeit zu haben. Der DLR-Standort Cochstedt soll ein attraktiver Arbeitsplatz sein, gerade auch für potenzielle neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Region. Und dazu zählt auch die Erreichbarkeit mit dem ÖPNV. Deshalb freuen wir uns, dass wir gemeinsam mit dem Salzlandkreis die Infrastruktur hier verbessern können und die Kolleginnen und Kollegen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen, an der Bushaltestelle bald ‚ein Dach über dem Kopf‘ haben.“
Aus einer übernommenen Lösung entstehen jetzt zwei barrierefreie Haltestellen in beiden Fahrtrichtungen, ausgestattet mit Windfang, mit Spezialbordsteinen für engstes Heranfahren der Busse und mit taktilen Leitsytemen, also tastbaren Bodenbelägen zur Orientierung. Dieser Ausbau folgt dem wachsenden Bedarf und Vorgaben des kreislichen Nahverkehrsplans sowie des Personenbeförderungsgesetzes.
Der Standort ist fest eingebunden in den ÖPNV. Die Kreisverkehrsgesellschaft Salzland bedient die Haltestelle Cochstedt-DLR auf der Linie 144 Aschersleben – Winningen – Schneidlingen - Egeln mit durchschnittlich acht Fahrtenpaaren von 6.04 bis 18.34 Uhr in der Woche. In Aschersleben und Egeln bieten sich gute Anschlussmöglichkeiten für Berufspendler und Reisende.
Seit fast sieben Jahren ist der Flughafen Cochstedt im Salzlandkreis wesentlicher Bestandteil des Nationalen Erprobungszentrums für Unbemannte Luftfahrtsysteme (Unmanned Aircraft Systems, UAS) des DLR. Es bietet die Möglichkeit, UAS an einem gleichzeitig aktiv betriebenen Verkehrsflughafen zu erproben. Damit hat sich im Salzlandkreis über die vergangenen Jahre ein europaweit einzigartiges Erprobungsumfeld für UAS etabliert. In Kooperation mit Politik und Behörden auf Landes- und Bundesebene sind dort umfangreiche Möglichkeiten zum Einsatz von Technologien geschaffen worden, die an einem „normalen“ Flughafen undenkbar wären, bspw. Lasertechnologien oder auch der gleichzeitige Testbetrieb von bemannten und unbemannten Luftfahrzeugen. In den vergangenen Jahren hat das DLR dabei rund 20 Millionen Euro in dieses „Reallabor“ investiert – für die Ertüchtigung des Geländes, neue Testinfrastrukturen und die schrittweise Erweiterung des Flugbetriebs.





