Bernburg. Nachhaltige Ideen entwickeln, wie die Gesundheit der Menschen und die Vielfalt der Natur auch unter dem Druck des fortschreitenden Klimawandels geschützt werden können – das ist die Aufgabe von Luisa Böning, der neuen Klimaanpassungsmanagerin des Salzlandkreises. Seit wenigen Monaten ist die Geoökologin Mitarbeiterin der Kreisverwaltung. Sie wird in den nächsten eineinhalb Jahren ein Konzept zur Klimaanpassung im Salzlandkreis erarbeiten – gemeinsam mit verschiedenen Fachdiensten sowie allen externen Partnern, die sich der Aufgabe im Interesse der gesamten Region widmen.
Das Konzept zur Klimaanpassung ist Teil der Zukunftsstrategie Salzlandkreis 2030. Es ergänzt das bereits bestehende Klimaschutzkonzept, das Grundlage ist, um Treibhausgase in der Region zu reduzieren. Landrat Markus Bauer sagt, der Salzlandkreis solle auch künftig ein attraktiver Wohn-, Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort zwischen Halle und Magdeburg sein. „Wir wollen uns auf Grundlage unserer Zukunftsstrategie Salzlandkreis 2030 nicht nur zu einer klimaneutralen Region entwickeln, sondern auch bestmöglichen Schutz vor den zu erwartenden extremen Wetterereignissen bieten.“ Der Landrat ist überzeugt: „Sich den verändernden Rahmenbedingungen anzupassen, zahlt sich langfristig eher aus als die Folgen zu regulieren.“
In einem ersten Schritt wird die Klimaanpassungsmanagerin Luisa Böning Klimamodelle für den Salzlandkreis auswerten, um die Risiken einschätzen zu können. Ähnlich dem Klimaschutzkonzept des Salzlandkreises werden gemeinsam mit relevanten Akteuren in der Region somit Handlungsbedarfe und Anpassungspotenziale ermittelt. „Wir werden bis Mitte 2027 wissenschaftlich fundierte Maßnahmen entwickeln, die die Resilienz der Region stärken und damit die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger erhöhen“, erklärt die Klimaanpassungsmanagerin.
Mit dem Engagement greift der Salzlandkreis die Aufgaben aus dem Klimaanpassungsgesetz des Bundes auf. Dabei wird die Erstellung des Konzepts mit Fördermitteln in Höhe von 225 000 Euro unterstützt, die der Salzlandkreis 2024 beantragt hatte. Damit reagierte die Kreisverwaltung auf die extreme Trockenheit in den vergangenen Jahren. „Wir gehören nach den über Jahrzehnte gemessenen Niederschlagsmengen zu den trockensten Regionen in ganz Deutschland“, erläutert Luisa Böning. Insbesondere in den vergangenen Jahren fiel teilweise so wenig Regen im Sommer, dass der Fachdienst Klima-, Umwelt- und Naturschutz Wasserentnahmeverbote aussprechen musste. Gleichzeitig besteht seit jeher die Gefahr von Hochwasser in der Nähe von Elbe, Saale und Bode sowie weiteren kleineren Flüssen in der Region.
Nach Angaben von Luisa Böning wird deshalb auch das Hauptaugenmerk auf natürliche Maßnahmen wie die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern und Flusslandschaften liegen. Zugleich betont sie: „Wir werden keine Deiche oder andere Dinge bauen. Das ist und bleibt Aufgabe der zuständigen Landesämter.“ Bestandteil des Konzepts werden darüber hinaus konkrete Vorschläge zur Gestaltung von Grünflächen und Beschattungsmaßnahmen in den Städten und Gemeinden sein. Auch Vorschläge zu baulich-technischen Anpassungen an Bestandsgebäuden und Neubauten sind vorgesehen. Aufbauen wird die Klimaanpassungsmanagerin nicht zuletzt auch ein Monitoring für die Kreisverwaltung.
Wesentlich für ein erfolgreiches Handeln ist nach Überzeugung von Landrat Markus Bauer, dass sich alle ihrer Verantwortung zur Anpassung an den Klimawandel bewusst werden. Deshalb seien die Städte und Gemeinden, die Forschungseinrichtungen im Salzlandkreis, die Unternehmen, Verbände sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich am Prozess zu beteiligen. „Wir können nur erfolgreich sein, wenn wir die Aufgaben gemeinsam bewältigen.“ Die Klimaanpassungsmanagerin wird deshalb auch neue Netzwerke knüpfen und bestehende Zusammenarbeiten mit Partnern vertiefen. Zudem wird eine Ideenkarte auf der Internetseite eingerichtet, auf der die Bürger selbst Hotspots für Hitze, Trockenheit sowie eigene Ideen eintragen können.





