Bernburg/SLK. Es ist anwendungsbereit – beim bevorstehenden Prüfungstermin im November nutzt der Salzlandkreis erstmals ein neu strukturiertes Verfahren, das er in den zurückliegenden Monaten intensiver Arbeit mit zusätzlicher fachlicher Unterstützung entwickelt hat. Es geht um den verpflichtenden Sachkundenachweis von Anwärtern, die vor einer behördlichen Zulassung zum Beruf des Hundetrainers steht und die den Veterinärämtern der Landkreise obliegt. Der Salzlandkreis hat das neue Verfahren mit einer renommierten Verhaltenstierärztin und Inhaberin einer spezialisierten Tierarztpraxis entwickelt. Sie wurde auch als Prüfungsvorsitzende gewonnen.
Gemeinsam wollen jetzt der Salzlandkreis mit Amtstierarzt Dr. Christian Lutter und die Fachexpertin, Dr. Stephanie Jette Uhde, in Bernburg öffentlich über ihre Zusammenarbeit informieren und vor allem darüber, wie Anwärter sich mit der richtigen Ausbildung auf den Beruf und damit die Prüfung vorbereiten, welche Anforderungen gestellt sind und welche Kenntnisse und Fähigkeiten erforderlich.
Zu der zweistündigen Infoveranstaltung am 5. November sind interessierte Bürger und insbesondere angehende Hundetrainer in Ausbildung eingeladen. Die Veranstaltung ist für die Teilnehmer kostenlos.
Der Beruf des Hundetrainers erfreut sich zunehmender Beliebtheit, weiß auch der Amtstierarzt. Deutschlandweit gibt es zahlreiche Anbieter von Ausbildungskursen, aber keinen verbindlichen Kompetenzrahmen, keine einheitlichen fachlichen und prüfungsmethodischen Kriterien. Auch Prüfungsverfahren und Bewertungsmaßstäbe können sich zwischen den zuständigen Behörden unterscheiden.
Das aktuelle Anliegen der hiesigen Veterinärbehörde für einen neuen, verbindlichen Qualitätsstandard hat gesellschaftliche Relevanz, bedenkt man die jüngsten Vorfälle mit dramatischen Folgen. Erst vor Wochen musste in Sachsen-Anhalt ein Hund nach einer tödlichen Bissattacke vorübergehend untergebracht und begutachtet werden und landete zunächst in einer Tierpension im Salzlandkreis.
Der Landkreis hatte sich da schon mit seinem Fachdienst Veterinärangelegenheiten für Sachsen-Anhalt ins Zeug gelegt, ein Prüfungsverfahren zu etablieren, das dem hohen Maßstab an den Beruf eines Hundetrainers gerecht wird. „Wir verstehen unser Verfahren als Pilotprojekt“, sagt Amtstierarzt Dr. Lutter, unter dessen Federführung es entwickelt wird. „Wir wollen die Sachkundeprüfung fachlich belastbar, transparent und nachvollziehbar gestalten. Wir wollen Erfahrungen sammeln und damit auch einen Impuls für vergleichbarere Qualitätsstandards geben.“
Zweimal jährlich – im Frühjahr und im Herbst - werden im Salzlandkreis die Kandidaten an ein bis zwei Tagen auf ihr theoretisches und praktisch anwendbares Wissen geprüft.
Zuvor gibt es die öffentliche Informationsveranstaltung: am Donnerstag, 5. November, 16 bis 18 Uhr im Haus der Kreisverwaltung in Bernburg:
