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Klimaschutz durch Radverkehr: Fahrradbrücke über die Saale und nachhaltige Mobilitätsangebote in der Gemeinde Barby/Ortsteil Groß Rosenburg

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Das Förderprogramm „Klimaschutz durch Radverkehr“ des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit unterstützt modellhafte regionale investive Projekte zum Klimaschutz durch Stärkung des Radverkehrs.

Das Förderprojekt

  • Förderdaten

    Fördermaßnahme: NKI: Fahrradbrücke über die Saale und nachhaltige Mobilitätsangebote in der Gemeinde Barby/Ortsteil Groß Rosenburg

    Aktenzeichen: 67KBR0144

    Zuwendungsbescheid vom: 17.12.2024, zuletzt geändert durch Bescheid vom 22.08.2025

    Ausführungszeitraum: 01.03.2025 – 28.02.2029

    Ausführende Stelle: Salzlandkreis – FD 41 Kreis- und Wirtschaftsentwicklung und Tourismus

    Beteiligte Partner:

    • Salzlandkreis
    • die Stadt Barby
    • der Kreiswirtschaftsbetrieb des Salzlandkreises
    • das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Magdeburg (WSA Magdeburg)
    • der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW)
    • Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA GmbH)
    • der Saaleradweg e.V
    • Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und die Nationale Klimaschutzinitiative
  • Ausgangslage

    Durch die Lage westlich der Elbe und nord- und südlich der Saale ist die Frage der durchgängigen Anbindung aller Ortsteile z.B. an das Grundzentrum Barby (Elbe) eine besondere Herausforderung. Brückenübergänge über die Elbe bestehen nur in Schönebeck (Elbe) (ca. 12 km entfernt) und in Dessau-Roßlau (ca. 28 km entfernt), über die Saale ist die nächste Brücke in der Stadt Calbe (Saale) zu finden. Von der Stadt Barby werden derzeit 3 Fähren betrieben und unterhalten: Elbfähre Barby im Zuge der Landesstraße L 51, Elbfähre Breitenhagen im Zuge der Landesstraße L 149 und Saalefähre Groß Rosenburg im Zuge der Kreisstraße K 1243. Wegen hoher Betriebskosten hat die Gemeinde mehrfach bereits um Unterstützung für die Fähren beim Land Sachsen-Anhalt nachgefragt. Bei allen drei Fähren handelt es sich um Gierseilfähren, die besonders von ausreichenden Wasserständen abhängig sind. Aus diesem Grund musste in den letzten Jahren auch mehrfach der Betrieb der Fähren vollständig eingestellt werden, da die Fähren bei Hochwasser, Niedrigwasser und Eisgang nicht betrieben werden können. Beispielsweise ist die Fähre im Jahr 2019 an insgesamt 152 Tagen nicht gefahren.

    Bei Schließung der Fähren stehen kurze Verbindungen für die Bürger der Ortschaften südlich der Saale nicht mehr zur Verfügung. Alle diese Orte müssen in dem Fall den viel weiteren Weg über die Stadt Calbe in Kauf nehmen, dies trifft auch für die Schüler und Berufspendler zu. In der Ortschaft Barby befindet sich die Evangelische Sekundarschule und der Großteil der mittelständischen Unternehmen in der Einheitsgemeinde. Insgesamt 1.000 Arbeitsplätze in den Orten der Einheitsgemeinde führen zu Pendelbeziehungen zwischen den einzelnen Ortschaften. Über die Fähre verlaufen auch die überregionalen Radwanderwege Saaleradweg und ein Abschnitt des Elberadweges. An den 213 Tagen Betrieb im Jahr 2019 wurden insgesamt 2.799 Radfahrer auf der Fähre Groß Rosenburg gezählt.

    Da auch mit einer Fahrradbrücke  Entfernungen zwischen den Orten  und Haltepunkten der Bahn von 9 bis 16 km zurückgelegt werden müssen, empfiehlt sich für die Nutzung im Alltag ein Pedelec oder E-Bike. Für diese Fahrräder bestehen jedoch derzeit keine sicheren Abstellanlagen und keine Lademöglichkeiten.

  • Ziele und Inhalte des Vorhabens

    Mit der Schaffung eines Saaleübergangs für Radfahrer und Fußgänger bei Groß Rosenburg sollen Mobilitätsdefizite in einem ländlichen Raum mit Randlage und natürlichen Barrieren (Flüssen) überwunden werden. Durch die neue Infrastrukturmaßnahme und die damit verbundene Verkürzung und dauerhafte Nutzbarkeit von Verbindungen speziell für Radfahrer soll dieses umweltfreundliche Fortbewegungsmittel bewusst bessergestellt werden als der MIV/Kfz. Zusätzlich werden durch die Errichtung von Fahrradboxen und Ladestationen an den Haltepunkten Sachsendorf und Gnadau Voraussetzungen geschaffen, die eine alltagsfähige Alternative zum MIV/Kfz bilden können. Fahrzeiten können durch die Nutzung von Pedelecs und E-Bikes wesentlich verringert werden, was die Entscheidung für das klimafreundliche Verkehrsmittel im Wesentlichen unterstützt. Diese Ausrichtung unterstützt auch die breitere Nutzung der Angebote für alle Altersgruppen, Senioren können diese relativ langen Strecken mit Pedelecs/E-Bikes auch überwinden.

    Damit können zudem positive Merkmale des Radfahrens, wie Bewegung, frische Luft und Erlebbarkeit der Landschaft vermittelt werden und es wird ein wichtiger Beitrag zur Verminderung der Treibhausgasemissionen – diesmal im ländlichen Raum – geleistet. Somit sollen die Maßnahmen auch zur Erhöhung des Radverkehrsanteiles im ländlichen Raum beitragen und die Klimaschutzziele „Motivation zur klimafreundlichen Mobilität möglichst vieler Menschen“ und „Mobilitätswende“ unterstützen.

    Mit dem Projekt werden folgende Projekt- und Klimaschutzziele verfolgt:

    1. Dauerhaft nutzbare Verbindung
    2. Verkürzung der Strecke zwischen den Ortsteilen der Stadt Barby
    3. Verlagerung von Verkehr vom MIV auf den Radverkehr
    4. Nachhaltiges Angebot statt langer Umleitungsstrecken
    5. Ermöglichung von Radverkehr für alle Altersgruppen
    6. Sensibilisierung für den Klimaschutz
    7. Zusätzliche Möglichkeiten für touristische Angebote


    Mit der Errichtung der notwendigen und zusätzlichen Radverkehrsinfrastruktur und der Angebotserweiterung durch Radabstellanlagen und Ladestationen für Pedelecs/E-Bikes werden entscheidende Impulse zur Erreichung der Klimaschutzziele in die Region gegeben. Die Maßnahmen tragen ein hohes Überzeugungspotenzial für klimafreundliche Mobilität, dass in Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit an die Bürger der Einheitsgemeinde, aber auch darüber hinaus, herangetragen werden soll. Sie grenzt sich deutlich von den im Radwegekonzept geplanten Investitionen zur Verbesserung der lokalen Infrastruktur ab und stellt somit ein regionales innovatives Modellprojekt dar.

    Wesentliches Klimaschutzziel ist die Verringerung der Treibhausgasemissionen:

    • Kurzfristig: durch Verkürzung von Verbindungen zwischen Ortschaften beidseitig der Saale vor allem für Berufspendler und Alltagsradler im Umleitungsfall (bei Nichtbetrieb der Fähre Groß Rosenburg) und
    • Mittel- und Langfristig: durch Änderung des Mobilitätsverhaltens der Bürger im Alltag und in der Freizeit.
  • Beschreibung der Maßnahme

    Lediglich zwischen den Ortschaften südlich ist zu allen Zeiten die Fahrradbenutzung möglich. Auf Grund der notwendigen Querung der Saale oder der Elbe, um die nördlichen Ortschaften zu erreichen, ist die Fahrradbenutzung zu Zeiten von Niedrigwasser, Hochwasser, Eisgang oder Betriebsstörungen der Fähre nicht möglich. Im Jahr 2019 fiel die Fähre Groß Rosenburg an 119 Tagen und somit insgesamt ca. 4 Monate überwiegend wegen Niedrigwasser aus. Auf Grund der wesentlich längeren Umwege über Calbe nutzen die Anwohner in dieser Zeit vordergründig den PKW, da auch die ÖPNV-Angebote nicht attraktiv sind.

    Für die Benutzung des Fahrrades im Alltagsverkehr bestehen darüber hinaus auch am Bahnhof Gnadau und am Bahnhof Sachsendorf keine Angebote wie sichere Abstellanlagen, Lademöglichkeiten usw. Auf Grund der z.T. großen Entfernungen ist auch die Befürchtung von Fahrradpannen ein Hemmnis bei der Entscheidung für das Fahrrad.

    Aus diesem Grund wurden folgende Bestandteile in das Vorhaben aufgenommen:

    1. Neubau einer Radfahrer- und Fußgängerbrücke über die Saale bei Groß Rosenburg bei ca. Saale-km 9,5
    2. Herstellung der Wegeverbindung von der Nordseite der Brücke (Saaledeich linksseitig) bis zur Anbindung an die Wegeausbaustrecke der Gemeinde
    3. Anbindung der Brücke südlich des rechtsseitigen Deiches an den ländlichen Weg (Saaleradweg)
    4. Errichtung einer Fahrradservicestation mit verschiedenen Abstellanlagen (offen, verschließbar), Fahrrad-boxen, Ladestationen und weiteren Serviceangeboten (Fahrradschlauchautomat, Self-Service-Station, touristische Information) am Bahnhof Gnadau
    5. Errichtung einer Fahrradservicestation mit verschiedenen Abstellanlagen (offen, verschließbar), Fahrradboxen und Ladestationen


    Der Radweg auf der Brücke erhält eine durchgängige Breite von 3,00 m. Mit den weiteren Maßnahmen (Nr. 4 und 5) soll eine moderne Servicequalität für die Alltagsnutzung des Fahrrades in den ländlichen Raum getragen werden. Moderne Abstellanlagen mit hoher Nutzerakzeptanz an den Zielorten Bahnanknüpfung Sachsendorf und Bahnanknüpfung Gnadau sind in diesem Raum nicht alltäglich. Diese sind aber für die Entscheidung zugunsten der Fahrradnutzung zwingend notwendig. Mit den Lade- und Serviceangeboten soll ein umfassendes Angebot geschaffen werden, das auch die Fahrradnutzung für Senioren mit E-Bikes bis ins hohe Alter unterstützt.

  • Klimaschutzwirkung

    Zur Berechnung werden die Verkehrsbeziehungen zwischen den Orten südlich der Saale und dem Grundzentrum Barby zu Grunde gelegt. Dabei wurde beachtet, dass verschiedene Anliegen auch in der bei Sperrung der Fähre näher gelegenen Städte Aken und Calbe erledigt werden können. Aus diesem Grund wurden hier nur 10 % der Bevölkerung angenommen, die nach Barby täglich fahren. Anteile, die den ÖPNV nutzen würden, wegen der komplizierten Verbindungen (mindestens 1-3 Umstiege, nur Rufbus, Fahrzeit zwischen 1,5 – 3 Stunden) nicht herausgerechnet.

    Im Ergebnis werden 264 Wege zwischen den Ortschaften südlich der Saale pro Tag im Alltagsverkehr angenommen, von denen ein 10 %- Potenzial für den Umstieg aufs Rad gesehen wird. Gemäß der KfW-Umfrage „Verkehrswende in Deutschland braucht differenzierte Ansätze in Stadt und Land“  könnten sich auch in Landgemeinden noch 47 % der Befragten einen Umstieg auf’s Rad vorstellen, wenn die Infrastruktur besser wäre. Es gibt jedoch Einschränkungen für ältere Menschen und bei längeren Strecken.  Der Anteil des Fahrrades an allen Wegen in einer fahrradfreundlichen Stadt wie Münster beträgt derzeit 30 %.  Derzeit kann man davon ausgehen, dass der Anteil der Fahrradnutzung im Gebiet der hier angesprochenen Ortschaften unter 1 % liegt.  Auf Grund der Altersstruktur der Bevölkerung, der Länge der notwendigen Strecken , aber auch der zunehmenden Sensibilisierung der Bevölkerung für den Klimaschutz und weiterer Bedingungen wie die Kostenerhöhungen bei den fossilen Kraftstoffen wird hier ein Umstiegspotenzial von 10 % der täglichen Wege angenommen.  Diese 10 % liegen immer noch unter dem durchschnittlichen Radverkehrsanteil in Sachsen-Anhalt (2017= 11 %) .

    Damit könnte täglich unter Beachtung der vorgegebenen Parameter aus den „Hinweisen zur Berechnung der THG-Minderung“ für den Förderaufruf „Klimaschutz durch Radverkehr“ eine Verringerung der täglichen PKW-Fahrleistung um 460,3 PKW-km  und eine tägliche Treibhausgasminderung (THG-Minderung) von 96,0 kg CO2 erreicht werden. Für die Berechnung der jährlichen THG-Minderung wurde von insgesamt 150 Tagen ausgegangen. Daraus ergibt sich eine jährliche Einsparung von ca. 14,4 t. Die Ergebnisse sind in der Tabelle zusammengefasst.

    Nach Abschluss der Baumaßnahmen und der Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit wird angenommen, dass die Werte der THG-Minderung ca. 2 Jahre später erreicht werden.

Aktuelles

  • Umfrage beendet | So wird die neue Fußgänger- und Fahrradbrücke aussehen!

    Die Entscheidung ist gefallen: Die neue Fußgänger- und Fahrradbrücke über die Saale bei Groß Rosenburg wird blau!

    Im Rahmen der Umfrage zur Farbwahl der zukünftigen Fußgänger- und Fahrradbrücke konnten Interessierte bis zum 30.06.2025 ihre Stimme abgeben. Insgesamt wurden 342 gültige Stimmen ausgewertet. Die Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer – 39,77 % - sprach sich für die Farbe Blau aus. Grün erhielt 31,29 %, während 28,94 % der Stimmen auf Anthrazit entfielen.

    Die Resonanz auf die Umfrage zeigt ein reges Interesse der Bevölkerung an kommunalen Projekten: Die größte Beteiligung kam aus der Stadt Calbe (Saale), gefolgt von Barby (Elbe) und Bernburg (Saale). Darüber hinaus gingen auch Stimmen aus anderen Teilen Deutschlands ein – unter anderem aus Nordrhein-Westfalen und Berlin.

    Der Salzlandkreis dankt allen Bürgerinnen und Bürgern herzlich für ihre Teilnahme und ihr Engagement.

    Mit der nun feststehenden Farbentscheidung kann die Planung weiter voranschreiten. Die Fußgänger- und Fahrradbrücke in blau wird nicht nur funktional, sondern auch ein echter Blickfang für die Region werden.

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