SCHALOM-Wochen in Schönebeck

Salzlandmuseum und lokale Partner laden ein – vier Veranstaltungen im November im eigenen Haus

Eröffnungsveranstaltung

Schönbeck.  Am Dienstagnachmittag, 3. November, werden im Salzlandmuseum wieder Vertreter von Kreis und Stadt mit Museumsleiterin Petra Koch und den beteiligten Partnern Interessierte im feierlichen Rahmen begrüßen. Als Gast wird Dr. Hilmar Steffen vom Innenministerium des Landes Sachsen-Anhalt erwartet. Er ist zudem stellvertretender Leiter der Verfassungsschutzbehörde und hält einen Vortrag zu „Antisemitismus in Sachsen-Anhalt“. Die Veranstaltung ist öffentlich. Um Anmeldung wird gebeten. Weitere Veranstaltungen folgen bis zum 21. November.

Eröffnungsveranstaltung | Dienstag, 3. November, 17 – 18.30 Uhr (Einlass ab 16. 30 Uhr) | Salzlandmuseum, Pfännerstraße 41, Schönebeck

„Lokführer des Todes“ - Buchlesung mit John Wyttmark, Romanschriftsteller, Delitzsch

Ein historisch fundierter Roman über die dunkelste Zeit.

Der Roman „Lokführer des Todes“ ist offizieller Bestandteil der Bibliothek von Yad Vashem, Israel laut Information des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt.

Inhalt:
„Leises Wimmern und Stöhnen drang aus den Waggons. Der Zug stand auf dem Gleis zur Abfahrt bereit. Die Sonne prallte schon jetzt mit voller Wucht auf die Waggons, die die Hitze aufsogen und an die Geplagten im Inneren weitergaben. Lokführer Hilse stieg auf seinen Bock. Er schätzte, dass sie so drei bis vier Tage unterwegs sein würden. Der Zug sollte nach Auschwitz fahren …“

Hilse ist eins der Rädchen im Getriebe der Endlösung Hitlers. Abertausende fährt er ihrem sicheren Ende entgegen. Doch es gibt auch Widerstand. Als sein zukünftiger Kollege Klaus auf den Passus der „Geheimen Reichssache“ im Arbeitsvertrag hingewiesen wird, vermutet er Transporte von Wunderwaffen an die russische Front oder sonst wohin. Sollte er nicht darüber schweigen, würde dies automatisch das Todesurteil bedeuten. Dass er Todgeweihte in Vernichtungslager bringen würde, ahnt er zu diesem Zeitpunkt nicht. Nun begleitet er Hilse und fasst den Entschluss, dem unsäglichen Grauen entgegenzutreten.

Den unzähligen Opfern des Wahnsinns und den Mutigen, die sich auflehnten, ist dieses Buch gewidmet. Lokomotiven zogen Männer, Frauen und Kinder, ganze Familien in den Tod. Die, die dies möglich machten, die kleinen Rädchen im Getriebe des Bösen, hatten ebenso Anteil wie die Befehlshaber. Denn: „das große geschieht im kleinen“.

Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung im Salzlandmuseum bis zum 5. November gebeten. Für die Teilnahme entstehen keine Gebühren.

+49 3471 684-624410

Buchlesung „Lokführer des Todes“, John Wyttmark | Freitag, 6. November, 18 - 20 Uhr | Salzlandmuseum, Pfännerstraße 41, Schönebeck

„Auf Entdeckungstour. Die Synagoge Gröbzig erleben.“ 

Vortrag Dorisz Macher, Museumspädagogin Synagoge Gröbzig

Vor über 300 Jahren entstand in Gröbzig eine jüdische Gemeinde. Die liberale Siedlungspolitik der anhaltinischen Fürsten sowie die Nähe zu Messestädten wie Leipzig,

Braunschweig und Köthen, machten die Stadt attraktiv für jüdische Familien. Erste Hinweise auf jüdisches Leben stammen aus den Jahren 1660 und 1670. Hier bestätigen Dokumente die jüdische Beteiligung am Markttag. Zehn Jahre später wurde der jüdische Friedhof angelegt – ein Zeichen für eine stabile Gemeinde.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wuchs die Gemeinde auf über 15 Prozent der

Stadtbevölkerung. Die erste Synagoge musste wegen Baufälligkeit abgerissen werden. An ihrer Stelle wurde 1796 eine neue Synagoge eingeweiht. Ab den 1830er-Jahren verbreitete sich in Gröbzig die liberale jüdische Strömung, inspiriert von der Dessauer Gemeinde. 1858 wurde die Synagoge umgebaut: Die offene Vorhalle wurde geschlossen, Frauen und Männer betraten das Gebäude nun durch einen gemeinsamen Eingang. Im Zuge weiterer Reformen und Umgestaltungen wurde die Bima (Lesepult für die Torarolle) vor den Toraschrein verlegt, Einzelsitze durch Bänke ersetzt und die Gottesdienstgestaltung modernisiert. Durch den Kauf des Nachbargrundstückes wurde das Synagogengelände erweitert. Hier lebten nun der Kantor sowie der Lehrer und die ehemalige Schmiede wurde zur Schule umgestaltet. Seit 1841 besuchten jüdische Kinder die städtische Schule. Somit fand in der neuen Schule der jüdischen Gemeinde nur noch der Religionsunterricht statt. Das alte Schulhaus wurde abgerissen und durch ein Torhaus ersetzt. Auf der anderen Seite des Vorgartens entstand eine Remise für den Leichenwagen.

Mit der Reichsgründung 1871 erhielten jüdische Bürger gleiche Rechte und konnten Berufe außerhalb von Handel und Finanzwesen ergreifen. Viele Familien zogen in größere Städte, wodurch sich die Gemeinde stark verkleinerte. Sie überließen das Gebäude der Stadt für 50 Jahre, um dort ein Heimatmuseum einzurichten, das 1935 eröffnet wurde. Im selben Jahr wurden die Synagoge und der jüdische Friedhof unter Denkmalschutz gestellt. Durch diese Umstände wurde die Synagoge vor der Vernichtung im Novemberpogrom 1938 gerettet.

Während des Nationalsozialismus mussten die letzten jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner ins Kantorhaus ziehen, bevor sie deportiert und ermordet wurden. Mit der Deportation von Rosalie Meyerstein in ein jüdisches Altenheim in Halle/Saale endete 1940 die jüdische Gemeinde Gröbzigs.

1984 begannen nach jahrzehntelanger Nutzung als Heimatmuseum Restaurierungsarbeiten, um den ursprünglichen Zustand der Synagoge wiederherzustellen. 1988 wurde das „Museum Synagoge Gröbzig“ eröffnet. Seither gaben verschiedene Sonder- und Dauerausstellungen Einblicke in die jüdische Kultur aber auch vor allem in die jüdische Geschichte der Stadt sowie der Region.

Mit der Neueröffnung im November 2024 zeigt sich das Museum nach fünf Jahren Sanierungsarbeiten mit barrierefreien Zugängen und einer neuen modernen Dauerausstellung. (Textauszüge: https://www.groebziger-synagoge.de/)

Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung im Salzlandmuseum bis zum 9. November gebeten. Die Teilnahme ist kostenfrei.

+49 3471 684-624410

„Auf Entdeckungstour. Die Synagoge Gröbzig erleben.“, Vortrag von und mit Museumspädagogin Dorisz Macher | Dienstag, 10. November, 17 – 18.30 Uhr | Salzlandmuseum, Pfännerstraße 41, Schönebeck

Einladung zum musikalischen Abend mit der Band „Foyal“

Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 hat sich die Magdeburger Band „Foyal“ zuerst eher traditionellem Klezmer, Musik des Balkan und der Roma, später auch bretonischem und irischem Folk verschrieben. Dabei gehen die Musiker der Band eigene musikalische Wege mit dem Ziel, authentisch zu bleiben und Folkmusik erlebbar werden zu lassen. Spielfreude und eigener musikalischer Ausdruck stehen dabei an erster Stelle.

Es wird geweint und gelacht, musikalische Ideen werden entwickelt und verbinden sich zu einem musikalischen Gedanken, ohne den Fluss zu verlieren. Die Musiker der Band „Foyal“ verstehen und leben Musik als Weltsprache. Seit Mai 2019 ist die Band „Foyal“ im Musical „Anatevka“.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung bis zum 13. November im Salzlandmuseum gebeten.

+49 3471 684-624410

Musikalischer Abend mit der Band „Foyal“ | Montag, 16. November, 18.30 – 20 Uhr | Salzlandmuseum, Pfännerstraße 41, Schönebeck

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