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Impfstrategie wird ausgeweitet

Die Impfkampagne gegen das Coronavirus kann im Salzlandkreis bereits Ende März ausgeweitet werden. Geplant ist, die ersten Städte und Gemeinden mit ersten Impfdosen für ihre Impfstationen zu versorgen. Darüber informierte Landrat Markus Bauer am Donnerstag in einer Konferenz die Oberbürgermeister und Bürgermeister. „Wir bleiben bei unserer bereits seit Dezember bestehenden strategischen Ausrichtung. Neben dem Impfzentrum in Staßfurt wird auch in den geplanten Impfstationen geimpft.“

Der Landrat betont, die dezentrale Struktur sei mit Blick auf eine wohnortnahe Versorgung sowie einen schnellen Fortschritt der Impfkampagne wichtig; und zwar dann, wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, um größere Teil der Bevölkerung impfen zu können. Das ist aktuell noch nicht der Fall. Ab April soll sich die Menge nach Angaben der Bundesregierung jedoch deutlich erhöhen.

Die ersten Termine für Impfungen von Anspruchsberechtigten nach der Bundesimpfverordnung in den kommunalen Impfstationen können die Stadtverwaltungen der Verbandsgemeinde Saale-Wipper, Bördeland sowie Aschersleben vergeben. Nach Ostern sind dann weitere Städte wie Bernburg und Schönebeck an der Reihe. Die Impfungen in den Impfstationen sollen an mehreren Tagen erfolgen. Der Landrat bat die Oberbürgermeister und Bürgermeister darum, den Bürgerinnen und Bürgern in ihren Kommunen selbstständig Terminvorschläge zu unterbreiten, die bei der Bedarfsermittlung ihren Anspruch anmeldeten. Er bat zudem um personelle Unterstützung für den Betrieb der Impfstationen.

In diesem Zusammenhang weist der Landrat darauf hin, dass Termine für das Impfzentrum in Staßfurt trotz der Inbetriebnahme der Impfstationen in den Kommunen weiterhin gebucht werden können – über die mithin bekannte Hotline 116 117 sowie die Internetseite impfterminservice.de. „Wir müssen breit aufgestellt sein.“ Zudem soll insbesondere die Staßfurter Bevölkerung im Impfzentrum geimpft werden.

Der Landrat warb zugleich um Verständnis: Dass nicht in allen Städten und Gemeinden im Salzlandkreis gleichzeitig mit den Impfungen der aktuell anspruchsberechtigten Personen begonnen werden kann, liegt sowohl am noch nicht ausreichend zur Verfügung stehenden Impfstoff als auch am nur begrenzt vorhandenen Personal. Die für die Impfung notwendigen Ärzte werden von der Kassenärztlichen Vereinigung gestellt. Zudem stellen die Hilfsorganisationen seit Monaten ihr Personal für die Impfkampagne ab. Sie werden auch für den Betrieb der Impfstationen benötigt. Hinzu kommen die Mitarbeiter der Kreisverwaltung.

Markus Bauer sagt: „Überall gleichzeitig zu beginnen, ist logistisch unmöglich und macht aufgrund der dann nur wenig pro Ort zur Verfügung stehenden Impfdosen organisatorisch kaum Sinn.“ Er sagt: „Weil ausreichend Impfstoff fehlt, wird es leider weiterhin Unzufriedenheit geben. Die Frage ist nur, wo sie entsteht.“ Ein Patentrezept mit der besten Lösung für die Organisation habe jedenfalls niemand. Klar sei, dass man auch mit Blick auf die personellen Ressourcen sowie die weiteren anspruchsberechtigten Gruppen in den Altersklassen Ü60 mit rund 30 000 Personen sowie Ü70 mit rund 21 000 Personen weitere anstrengende Monate vor sich haben werde. „Wir haben förmlich einen Marathonlauf vor uns.“

Seit Dezember konnten aufgrund der Impfstofflieferungen monatlich rund 3 500 Impfdosen verimpft werden. Damit gehört der Salzlandkreis nach Angaben des Gesundheitsministerium zu den am schnellsten arbeitenden Regionen in Sachsen-Anhalt. Berücksichtigt dabei werden muss, dass rund die Hälfte des gelieferten Impfstoffs derzeit noch für die notwendigen Zweitimpfungen zurückgehalten wird. Bislang erhielt der Salzlandkreis überwiegend Impfstoff von Biontech/Pfizer sowie Astrazeneca.

Die Impfungen mit letztgenannten Impfstoff waren in dieser Woche für mehrere Tage ausgesetzt worden. Nach der Feststellung der Bundesregierung zur Sicherheit des Impfstoffs  kann er ab heute wieder im Impfzentrum in Staßfurt genutzt werden. Aufgenommen werden können damit insbesondere wieder die weiteren geplanten Impfungen der Mitarbeiter in den Kindertagesstätten sowie Lehrer an Grund- und Förderschulen mit Astrazeneca – allerdings erst ab übernächsten Samstag, 27. März. Der zuständige Fachbereichsleiter Thomas Michling sagt in diesem Zusammenhang: „Wir halten uns weiterhin an die Vorgaben der Bundesimpfverordnung.“

Aktuell stehen noch Impfungen von rund 10 000 Seniorinnen und Senioren über 80 Jahren im Salzlandkreis aus. Wie schnell diese geimpft werden können, hängt von den weiteren Impfstofflieferungen ab. Eine Mitteilung über die genaue Menge für den Monat April erhält der Salzlandkreis nach Angaben des zuständigen Fachbereichsleiters Thomas Michling erst in der kommenden Woche. Termine sowohl für das Impfzentrum in Staßfurt als auch für die Impfstationen vergibt der Salzlandkreis allerdings erst, wenn die Lieferungen tatsächlich eingetroffen sind. „Dank dieses Vorgehens mussten wir trotz zum Teil ausbleibender Lieferungen keine Termine absagen“, so der Landrat.

Markus Bauer sagt, mit dem Beginn der Impfungen in den Impfstationen könne man weitere wichtige Erkenntnisse zur genauen Organisation gewinnen, um später schnell noch größere Bevölkerungsteile mit Impfungen gegen das Coronavirus versorgen zu können. Hintergrund: Der Kreis der Anspruchsberechtigten in den Prioritätengruppen zwei und drei ist um ein Vielfaches größer als jetzt. In diesem Zusammenhang bekräftigt der Landrat seine Hoffnung, dass die niedergelassenen Ärzte so schnell wie möglich in die Impfkampagne einbezogen werden können. „Das würde enorm helfen.“


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