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Ringheiligtum Pömmelte als Standort des „European Henge Monument Network“

Ringheiligtum öffnet Tür nach England. Landrat unterzeichnet Vereinbarung mit Universität Southampton.

Der Brückenschlag nach England ist perfekt! Mit dem Ringheiligtum Pömmelte ist der Salzlandkreis jetzt Teil des „European Henge Monument Network“. Landrat Markus Bauer, Landesarchäologe Prof. Dr. Harald Meller und Rektor Prof. Dr. Christian Tietje von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg unterzeichneten dafür am vergangenen Dienstag in der Nähe des weltbekannten Stonehenge in Südengland feierlich eine Absichtserklärung. Zu diesem Anlass war ebenfalls Prof. Dr. Alistair Pike von der Universität Southampton, in Vertretung des Präsidenten und Rektors Prof. Mark E. Smith, anwesend.

In der Erklärung festgeschrieben ist insbesondere eine stärkere Zusammenarbeit der Partner im Bereich Wissenschaft, Tourismus und Öffentlichkeitsarbeit. Zuvor hatte der Kreistag des Salzlandkreises in seiner jüngsten Sitzung der Vereinbarung zugestimmt.

Landrat Markus Bauer zeigte sich überzeugt, dass die künftige Kooperation nicht nur bei der wissenschaftlichen Erforschung der steinzeitlichen Kultstätte bei Pömmelte enorme Fortschritte bringt, sondern für die Entwicklung des gesamten Salzlandkreises wichtig ist. „Wir können dem Salzlandkreis dank der engen Zusammenarbeit mit einem international erfahrenden Partner weltweit ein unverwechselbares Gesicht geben.“ Hintergrund ist, dass Stonehenge seit 1986 Teil des UNESCO-Welterbes ist und damit die Partner aus Sachsen-Anhalt auf über 30 Jahre Erfahrung in der Forschung, im Management und in der Vermarktung zurückgreifen können. Das Potenzial hat die Anlage, die als Stonehenge von Deutschland gilt und Teil der touristischen „Himmelswege“ ist. Seit der Eröffnung besuchen das Ringheiligtum jedes Jahr mehr Menschen. Im laufenden Jahr wurden bisher 28 628 (Stand 23.10.2019) Besucher gezählt.

Wichtig ist dem Landrat, das Ringheiligtum als touristischen Anziehungspunkt international zu etablieren, um die bereits vorhandenen Strukturen wie den Elbe- oder den Saaleradweg weiter zu stärken. „Je mehr den Salzlandkreis besuchen, desto mehr können anschließend über ihre positiven Erfahrungen bei uns berichten.“ Das wird sich seiner Überzeugung nach mittel- und langfristig auch für den Wirtschafts- und damit für den Wohnstandort Salzlandkreis auszahlen. Daneben eröffne die Zusammenarbeit auch weitere Möglichkeiten des Austausches. Denkbar sind demnach auch spezielle Bildungsprogramme für Schüler des Salzlandkreises.

Eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen den Partnern begrüßt auch Landesarchäologe Harald Meller. Die monumentalen Anlagen von Stonehenge und Pömmelte sind seiner Aussage nach zwar rund 1 000 Kilometer voneinander entfernt, allerdings weisen sie erstaunliche Parallelen auf. „Dank des nun geknüpften Netzwerkes können wir noch mehr über die Frühbronzezeit lernen.“

Die Zusammenarbeit gilt zunächst für fünf Jahre, kann natürlich aber auch von den vier Partnern verlängert werden. Der Austausch ist nicht ganz neu. So unterstützten im Sommer 2018 Studenten der Universität Southampton bei Ausgrabungsarbeiten am Ringheiligtum die Forschung an der hiesigen Rekonstruktion der Kultstätte. Im Gegenzug waren kürzlich Studenten der Universität Halle-Wittenberg bei archäologischen Arbeiten am Stonehenge dabei.


 

Zum Ringheiligtum: Die touristische Anlage ist eine komplexe Holz-Erde-Architektur mit sieben Ringen aus Palisaden, Gräben und Wällen und einem äußeren Durchmesser von 115 Meter. Zahlreiche Deponierungen wie Scherben von Keramikgefäßen, Tierknochen, Steinbeile und Mahlsteine und menschliche Skelette sprechen für die Nutzung wahrscheinlich als zentrales Heiligtum mit vielfältigen Ritualen. Die interpretative Rekonstruktion der Anlage am originalen Standort umfasst 10.000 Quadratmeter Fläche mit einer neun Meter hohen Aussichtsplattform, mit Parkplatz, Zuwegung, Verbindung zum Elberadweg und Sitzmöglichkeiten.

Weiterführende Informationen zum Ringheiligtum bietet das Salzlandmuseum in Schönebeck mit einer Dauerausstellung. Gezeigt werden Grabungsfunde und weitere originale Objekte aus der Region, die die wichtigen Kulturen aus der Steinzeit und der frühen Bronzezeit erklären. Die Einrichtung des Salzlandkreises organisiert auf Anfrage Einzelführungen für Gruppen mit bis zu 100 Personen. Daneben gibt es von Ostern bis zum Reformationstag jeden Dienstag, Freitag, Sonnabend und Sonntag einen festen Termin ohne vorherige Anmeldung. Diese Ringführungen erfahren großen Zuspruch. An solchen Tagen lauschen teilweise mehr als 30 Besucher den erklärenden Informationen.

 

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Landrat Markus Bauer, Landesarchäologe Prof. Dr. Harald Meller und Rektor Prof. Dr. Christian Tietje (v. l.) unterschreiben die Absichtserklärung. Im Hintergrund zu sehen sind Kreistagsvorsitzender Thomas Gruschka, die zuständige Stabsstellenleiterin für das Ringheiligtum beim Salzlandkreis, Petra Czuratis, Prof. Dr. Joshua Pollard von der Universität Southampton, Kreistagsmitglied und Vorsitzender des Kreisentwicklungsausschusses, Dr. Gunnar Schellenberger, und der Direktor des Institutes für Archäologie der Universität Southampton, Prof. Dr. Alistair Pike.

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Die Anlagen von Stonehenge und Pömmelte weisen erstaunlich viele Parallelen auf.

Fotos: Salzlandkreis/Susanne Dedow

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