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Salzlandkreis organisiert nächste Runde zur Aus- und Fortbildung für ehrenamtliche Jugendleiter

Neue Jugendleiter-Grundausbildungen und die Nachschulung bereitet der Fachdienst Jugend und Familie im Salzlandkreis für das zweite Halbjahr vor: 

Grundausbildungen

undefined13. - 15. September, 25. bis 27. Oktober und 15. bis 17. November 2019

Nachschulung

undefined30./31. August 2019.

Bereits im ersten Halbjahr, an drei Wochenenden in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Staßfurt, hatten 20 Jugendleiterinnen und -leiter an einer Grundausbildung teilgenommen und erhielten das „Juleica“ genannte Zertifikat. Das waren Ehrenamtliche aus Feuerwehren des Salzlandkreises, vom Jugendrotkreuz Staßfurt-Aschersleben und vom Sportfischerverein Löderburg 1933 e. V.

Sie beschäftigten sich während der Juleica-Grundausbildung mit den Strukturen im Landkreis-Fachdienst und solchen Themen wie Aufsichtspflicht, Jugendschutzgesetz, Kindeswohlgefährdung oder auch Führungsstile, Kommunikation und Konfliktmanagement. Unterstützung gab es durch externe Dozenten. Die AIDS-Hilfe Sachsen-Anhalt Nord e. V. informierte über HIV/AIDS und Prävention. Der  Jugendverein ELF aus Aschersleben gestaltete mit den Teilnehmern einen Nachmittag zum Thema Erlebnispädagogik. Das Netzwerk Demokratie und Courage führte einen Projekttag zum Thema Rassismus durch, und ein Mitarbeiter des Ministeriums für Inneres und Sport gab einen Einblick in das komplexe Thema Extremismus. Sie diskutierten gemeinsam und brachten eigene Erfahrungen gewinnbringend ein. Durch methodisch-abwechslungsreiche Gestaltung der Wochenenden wird die Juleica-Grundausbildung immer auch mit Spaß und Freude erlebt.

Für wichtige Fragen stand und steht - auch wie immer - der Landkreis-Fachdienst Jugend und Familie zur Verfügung. Alle Ehrenamtlichen und Interessierten mit Fragen rund um die Juleica-Ausbildung können sich an die Mitarbeiterinnen Denise Eckstein-Bunk und Bettina Föllner wenden.

Die Termine für 2020 werden zum Jahresende 2019 bekannt gegeben.

 

Hintergrund:

Der Salzlandkreis misst der ehrenamtlichen Tätigkeit mit Kindern und Jugendlichen ein hohes Maß an Bedeutung bei.

Sein Fachdienst 22 - Jugend und Familie, Sachgebiet 22.3 Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und Schwangerenkonfliktberatung, bietet jährlich zwei Juleica- Grundausbildungen und -Nachschulungen an. Zuständig sind die Mitarbeiterinnen der Jugendarbeit.

Eine Grundausbildung findet an drei Wochenenden, jeweils freitags 17 bis 21 Uhr, samstags 9 bis 17 Uhr und sonntags 9 bis 13 Uhr statt. Dazu referieren die Mitarbeiterinnen des SG 22.3 zu unterschiedlichen Themen, z. B. Kindeswohlgefährdung, Jugendschutzgesetz, Aufsichtspflicht, Kommunikation, Konfliktmanagement, Gruppe und Führungsstile. Weiterführend werden die Mitarbeiterinnen durch externe Dozenten zu bestimmten Themen unterstützt. Die Dozenten werden von den Mitarbeiterinnen angefragt und gebucht.

Die angehenden Jugendleiterinnen und -leiter müssen mindestens 16 Jahre alt sein und die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs nachweisen, um an den Schulungen teilnehmen zu können. Durch die Teilnahme an den Juleica-Grundausbildungen und Nachschulungen werden die Teilnehmer in ihren Sozial-, Fach- und Methodenkompetenzen gestärkt.

Die Grundausbildung umfasst mindestens 40 Zeitstunden und besteht aus folgenden Inhalten: Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen, psychologische und pädagogische Grundlagen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Ziele und Aufgaben sowie Organisationsfragen der Kinder- und Jugendarbeit, Aufgaben und Funktionen der Jugendleiterinnen/-leiter und Befähigung zur Leitung von Gruppen, Methoden der Kinder-und Jugendarbeit.

Nach erfolgreich absolvierter Grundausbildung oder Nachschulung erhalten die Teilnehmer ein Juleica-Zertifikat und die Juleica-Card.

 


Juleica
Die Jugendleiter/In-Card (Juleica) ist der bundesweit einheitliche Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter*innen in der Jugendarbeit. Sie dient zur Legitimation und als Qualifikationsnachweis der Inhaber*innen. Zusätzlich soll die Juleica auch die gesellschaftliche Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement zum Ausdruck bringen.

Qualifikation
Die Juleica bürgt für Qualität: Jede*r Juleica-Inhaber*in hat eine Ausbildung nach festgeschriebenen Standards absolviert. Neben den bundesweiten Mindestanforderungen, die von der Jugendministerkonferenz 2009 beschlossen worden sind, hat jedes Bundesland ergänzende Qualitätsstandards, die z.B. die Dauer der Ausbildung regeln (bundesweit mind. 30 Stunden, in einigen Bundesländern bis zu 50 Stunden).

Zu den vorgeschriebenen Inhalten der Juleica-Ausbildung gehören (Beschluss der Jugendministerkonferenz 2009):

  • Aufgaben und Funktionen des Jugendleiters/der Jugendleiterin und Befähigung zur Leitung von Gruppen,
  • Ziele, Methoden und Aufgaben der Jugendarbeit,
  • Rechts- und Organisationsfragen der Jugendarbeit,
  • psychologische und pädagogische Grundlagen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen,
  • Gefährdungstatbestände des Jugendalters und Fragen des Kinder- und Jugendschutzes.
  • Darüber hinaus wird empfohlen, aktuelle Themen des Jugendalters und der Jugendarbeit wie Partizipation, Geschlechterrollen und Gender Mainstreaming, Migrationshintergrund und interkulturelle Kompetenz, internationaler Jugendaustausch und auch verbandsspezifische Themen zum Bestandteil von Ausbildungsstandards zu machen.

Zusätzlich wird bei der  Beantragung der Juleica der Nachweis über die Teilnahme an einer Erste-Hilfe-Ausbildung verlangt.

Für die Jugendarbeit gibt es mit der Juleica eine qualitativ hochwertige Ausbildung für Ehrenamtliche. Ein vergleichbares Qualifikationsinstrument für Ehrenamtliche gibt es in kaum einem anderen Bereich des ehrenamtlichen Engagements.

Der Antrag auf Ausstellung der Juleica muss von dem Träger (Jugendverband, Jugendring oder Jugendinitiative) geprüft und befürwortet werden. Im Rahmen dieser Prüfung müssen sich die Träger auch versichern, dass die/der Antragsteller*in über die notwendige geistige Reife verfügt, um die verantwortungsvolle Aufgabe gut auszuüben. Jugendleiter*innen müssen mindestens 16 Jahre alt sein.

Die Eltern können also ganz beruhigt ihr Kind an den verschiedenen Angeboten der Jugendarbeit teilnehmen lassen, wenn die Betreuer*innen die Juleica besitzen.
Bei den meisten Jugendverbänden in Deutschland ist die Juleica (bzw. wenigstens die Teilnahme an einer Juleica-Ausbildung) die Voraussetzung dafür, dass junge Menschen selber verantwortlich eine Jugendgruppe leiten oder eine Ferienfreizeit betreuen dürfen.

Die Juleica ist maximal drei Jahre gültig. Anschließend kann sie erneut beantragt werden, wenn die/der Jugendleiter*in die Teilnahmen an einer Fortbildung nachweisen kann.

Anerkennung
Jugendleiter*innen engagieren sich ehrenamtlich: Für ihre Tätigkeit erhalten sie i.d.R. keinen Cent. Als kleines Dankeschön für ihr Engagement sind daher mit der Juleica auch einige Vergünstigungen und anderen Formen der Anerkennung verbunden. Welche es vor Ort gibt, ist regional sehr unterschiedlich. Die Palette der Vergünstigungen reicht vom kostenlosen Eintritt ins Schwimmbad bis hin zu Ermäßigungen beim Kino-Besuch.

Eine nach Regionen sortierte Datenbank ist auf der Webseite https://www.juleica.de/970.0.html?&no_cache=1 eingerichtet.

(Quelle: http://www.juleica.de/)