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Förderschule für Engagement ausgezeichnet

Pestalozzi-Schule in Schönebeck bringt Schüler aus England, Spanien, Italien und Türkei zusammen. Projekt aus dem Salzlandkreis ist so erfolgreich, dass ein Film darüber ausgestrahlt werden soll.

Nico Möbius hat jetzt einen Traum. „Ich möchte irgendwann mal eine Zeit lang im Ausland arbeiten.“ Gereift ist dieser Traum während des Erasmus+-Projekts „Workplaces Without Frontiers". Der 17-Jährige von der Basisförderschule „Johann Heinrich Pestalozzi“ in Schönebeck war einer der Schüler, die in den vergangenen Jahren Schulen in Großbritannien, Italien, England und der Türkei besuchen durfte. Dort erfuhr der gebürtige Bernburger etwas über das Bildungssystem in den Ländern, die Bedeutung von Berufsabschlüssen und wie der Übergang von Schule in den Beruf dort gelingt. „Wir waren zum Beispiel in einer Fischfabrik in Italien und in einer Glasbläserei in England.“ Befasst wurde sich in dem Rahmen natürlich auch mit der Inklusion, also dem gemeinsamen Lernen von Kindern mit und ohne Handicap. Eine Woche dauerten die Auslandsaufenthalte jeweils.

Das Besondere: Die Förderschule des Salzlandkreises kooperierte im Rahmen des Erasmus+-Projekts mit Regelschulen in den jeweiligen Ländern. In ganz Sachsen-Anhalt traute es sich nur die Förderschule zu, bei der Nationen übergreifenden Zusammenarbeit die Koordination zu übernehmen, berichtet Förderschulrektorin Annette Schotte. Und da die gewachsenen Schulpartnerschaften besonders effektiv und nachhaltig funktionieren, wird die Umsetzung des zweijährigen Programms als Projekt des Monats auf der Internetseite der Kultusministerkonferenz der Länder vorgestellt. Geplant ist außerdem, dass ein mittlerweile gedrehter Beitrag dazu auf einer Internetseite der Landesregierung verlinkt wird. „Über dieses Engagement sind wir im Salzlandkreis ganz besonders stolz“, erklärte Landrat Markus Bauer. Er hatte sich ebenfalls engagiert. Anerkennung für diese herausragende Leistung sprach auch Sabine Peltzer aus, die zuständige Referentin beim Landesschulamt.

Doch zurück zu Nico Möbius: Möglich macht seinen Traum vom Auslandsjahr die Freizügigkeitsregelungen innerhalb der EU. Gäbe es die nicht, wäre ein Job im EU-Ausland nur schwer dankbar. Insofern beunruhigen den 17-Jährigen auch die politischen Tendenzen in den Ländern – weg von der EU, hin zu stärkeren Nationalstaaten. Er sagt: „Wir sind trotz aller Unterschiede doch gleich. Wir harmonieren, das habe ich bei meinem Aufenthalt gelernt.“ So seien auch Freundschaften entstanden. Gelernt haben die Schüler natürlich auch die Sprache in den Ländern. Anfangs seien die Schüler noch etwas zurückhaltend gewesen, mit der Zeit seien sie aber mutiger geworden, berichtet Lehrerin Petra Paul, die für die Gesamtorganisation zuständig war.

 

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Nico Möbius zeigt dem Filmteam, was die Schüler im Rahmen des Projekts zusammengetragen haben.

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Schulleiterin Annette Schotte und Schüler Nico Möbius (hintere Reihe v.l.) schauen sich Bilder vom Auslandsaufenthalt an.

Bildquelle: Pressestelle Salzlandkreis