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Bei Könnern Pferde mit West-Nil-Virus-Erkrankungen festgestellt

Das vor allem für Vögel und auch für Pferde gefährliche West-Nil-Virus ist erneut im Salzlandkreis aufgetreten. Dabei handelt es sich um einen Ausbruch der Krankheit sowie zwei weitere Verdachtsfälle bei Pferden auf Koppeln nahe der Saale bei Könnern. Ein Pferd musste bereits eingeschläfert werden, teilte der Fachdienst Veterinärangelegenheiten und Gesundheitlicher Verbraucherschutz des Salzlandkreises mit.

Das West-Nil-Virus wird durch blutsaugende Mücken in einem Vogel-Mücke-Vogel-Kreislauf übertragen. Es erkranken hauptsächlich Wildvögel, insbesondere Sperlings-, Raben- und Greifvögel. In selteneren Fällen können allerdings auch Pferde und Mensch erkranken. Diese stellen sogenannte Fehlwirte dar, die die Infektion weder direkt noch über Mücken an andere Lebewesen übertragen können. Infizieren sich Menschen, können grippeähnliche Symptome auftreten. Dazu zählen unter anderem Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen oder auch Hautausschlag, wie der Fachdienst Gesundheit mitteilte. Normalerweise dauert die Erkrankung eine Woche. In seltenen Fällen können ähnlich wie bei einer normalen Grippe auch schwere Krankheitsverläufe auftreten. Insbesondere Menschen aus der betroffenen Region Könnern sollten bei Verdacht einen Arzt konsultieren.
Während die Mehrzahl der mit dem Virus infizierten Pferde keine klinischen Symptome zeigen, kann es bei einigen Pferden zu deutlichen zentralnervösen Störungen kommen. Hierzu zählen Stolpern, Nachhandlähmungen, Ataxien, allgemeine Schwäche, Muskelzittern und Lähmungen bis hin zum Festliegen der Tiere. Es werden auch Appetitlosigkeit, die Unfähigkeit zu schlucken, Schwierigkeiten beim Aufstehen und Krämpfe beschrieben, teilte der Fachdienst für Veterinärangelegenheiten und Gesundheitlicher Verbraucherschutz weiter mit. Die Erkrankung kann bei bis zu 20 Prozent der klinisch erkrankten Tieren zu bleibenden neurologischen Schäden führen. Sie kann auch tödlich verlaufen. Der Fachdienst rät deshalb zu einer Impfung der Tiere in betroffenen Gebieten.

Im vergangenen Jahr waren im Salzlandkreis mehrere Habichtvögel von dieser anzeigepflichtigen Tierseuche betroffen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist davon auszugehen, dass das West-Nil-Virus in heimischen Stechmücken überwintert hat. Bereits in der Vergangenheit meldete das Friedrich-Löffler-Institut mehrere Fälle des West-Nil-Virus in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Berlin und Brandenburg. Das Virus tritt besonders häufig in Afrika auf. Mittlerweile breitet es sich in Europa immer weiter nordwärts aus.

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