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3. Dezember - Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

Gedanken zum 3. Dezember: Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

Kaum jemand weiß, dass der 3. Dezember seit über zwei Jahrzehnten diese Bedeutung hat.

Dass die Würde, die persönlichen Rechte und das persönliche Wohlergehen jeden Menschen betreffen, soll am 3. Dezember 2018 mit dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung erinnert werden.

1981 rief die UNO das Jahr der Behinderten aus, um auf Menschen mit Behinderung sowie deren Anliegen aufmerksam zu machen. Die Ideen und Maßnahmen dieses Jahres wurden von 1983 bis 1993 in der Dekade der behinderten Menschen weitergeführt. Die UNO initiierte den Internationalen Tag der Behinderten am 3. Dezember 1992, woraufhin er 2003 erstmals gefeiert wurde und dies bis 2007 die offizielle Bezeichnung war.

Am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen werden Organisationen dazu aufgerufen, sich den Belangen und Problemen behinderter Menschen zu widmen und diese publik zu machen.

Des Weiteren sollen Veranstaltungen organisiert werden, bei denen Menschen mit Behinderungen und ihre Bedürfnisse für eine nachhaltige Lebensgrundlage im Mittelpunkt stehen. Die Beiträge Behinderter für die Gesellschaft sollen gefeiert und die Umsetzung internationaler Normen und Standards gefördert werden.

Sobald die Teilnahme an einem gesellschaftlichen Leben durch körperliche, geistige oder seelische Einschränkungen erschwert ist, wird von einer Behinderung gesprochen. Diese Einschränkungen können sich auf körperliche Funktionen, geistige Fähigkeiten oder die seelische Gesundheit beziehen. Die Weltgesundheitsorganisation definiert die Behinderung folgendermaßen: Mängel oder Abnormitäten der Körperfunktionen und -strukturen; Funktionsbeeinträchtigungen aufgrund von Schädigungen, die Alltagssituationen behindern.

Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen soll auf entsprechende Nachteile betroffener Person aufmerksam machen. Kaum jemand weiß, dass der 3. Dezember seit über zwei Jahrzehnten diese Bedeutung hat. Im Kalender ist das nur selten ausreichend vermerkt und die Städte und Gemeinden schenken diesem Datum auch nur wenig Beachtung.

Das mag auch daran liegen, dass dieser Tag genau in die Vorweihnachtszeit fällt und die gesellschaftlichen Interessen dementsprechend anders gelagert sind. Wahrscheinlich liegt es aber auch daran, dass sich meist nur die Betroffenen mit einem solchen Tag auseinandersetzen und in der Gesellschaft zu wenig Werbung hierfür gemacht wird.

Aus diesem Grund werde ich in diesen Tagen als ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter des Salzlandkreises zahlreiche Veranstaltungen besuchen, um mit behinderten Menschen und deren Angehörigen ins Gespräch zu kommen.

Auch im Salzlandkreis finden einige Veranstaltungen statt, so u.a. bei der Agentur für Arbeit in Bernburg am 3.12. 2018 um 13.30 Uhr oder im Sozialministerium des Landes Sachsen-Anhalt.

In den Gesprächen wird es hauptsächlich darum gehen, dass die Inklusion bei vielen Menschen noch nicht in den Köpfen angekommen ist.

Ein Schwerpunkt in der Diskussion um Inklusion ist die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.

Über zehn Prozent der Menschen im Salzlandkreis haben offiziell eine Behinderung - von einer wesentlich höheren Dunkelziffer ist auszugehen. Im Alltag nimmt man sie eher selten wahr: Menschen, die im Rollstuhl fahren, sich mit Blindenstock orientieren oder in Gebärdensprache unterhalten.

Noch unauffälliger sind Behinderungen, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Wer zum Beispiel Lernschwierigkeiten hat oder mit Depressionen kämpft, geht in unserer Gesellschaft schnell unter oder wird gar ausgegrenzt. Ein wirkliches Leben in der Gesellschaft ist für viele Menschen mit Behinderungen unmöglich.

Um Inklusion vor Ort erlebbar zu machen ist es wichtig, dass sich möglichst viele Akteure aus unterschiedlichen Bereichen an dem dafür notwendigen gesellschaftlichen Veränderungsprozess beteiligen und sich aktiv dafür einsetzen, dass Menschen - unabhängig von ihrer körperlichen, seelischen oder sozialen Situation - die vollständige und gleichberechtigte Teilhabe an entscheidenden gesellschaftlichen Prozessen ermöglicht wird.

 

Torsten Sielmon
Ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter des Salzlandkreises