Text: Dr. Harald Lütkemeier
Die Mitglieder des Kreisseniorenrates haben vielfältige Senioren relevante Aufgabenstellungen verankert: Verbesserung der Mobilitätsmöglichkeiten, Barrierefreiheit, altersgerechtes Wohnen, Umsetzung des Pflegestärkungsgesetzes, gemeinsames Wirken von Jung und Alt sowie Daseinsvorsorge im ländlichen Raum bilden Themenschwerpunkte. Die Senioren sorgen sich um die Zukunft in den Dörfern, unterstützten die Verwaltungen zur weiteren Verbesserung der Lebensbedingungen der älteren Menschen und bei der generationsübergreifenden Arbeit in Kommunikationszentren. Dabei ist ein ständiger Austausch und die Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Soziales, Familie und Bildung des Landratsamtes des Salzlandkreises ein dringendes Erfordernis. „Wir wollen uns in den Beratungen mit konkreten Themen informieren, beispielhaft den Erfahrungsaustausch über Verbesserungsmöglichkeiten führen“, betonte die amtierende Vorsitzende des Beirates, Cornelia Stegemann.
Neben bereits feststehenden Höhepunkten, z.B. die Seniorentage in Bördeland, im Bereich Aschersleben, Nienburg werden durch die Mitglieder des Seniorenrates eine Vielzahl von Veranstaltungen in den Kommunen vorbereitet und aktiv ausgestaltet. Aus den Beiträgen der einzelnen Mitglieder wurde ein großes ehrenamtliches Engagement für eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Gemeinden und deren Senioren sichtbar, gute Erfahrungen vermittelt.
Romy Kleische, Sozialplanerin im Fachbereich II beim Salzlandkreis stellte den Beiratsmitgliedern mit viel Engagement den Pflegestrukturbericht des Salzlandkreises vor. Dieser basiert auf Bevölkerungsdaten des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt (Halle) sowie abgeleiteter Daten durch die Mitarbeiter des Sachbereiches, bildet eine wichtige Grundlage für den Kreispflegeplan zur weiteren Umsetzung des Pflegestärkungsgesetzes im Salzlandkreis. Bei der Vorstellung des Berichtes und in einer emotionalen Diskussion dazu wurde sichtbar, in den vier zugeordneten Sozialräumen bezugnehmend auf die ambulante und stationäre Pflege sind noch teils erhebliche Potenzen zu erschließen, die Zahl der Pflegebedürftigen nimmt zu. Insgesamt erfordert die Sicherung der Fachkräftebereitstellung im Pflegedienstbereich die gemeinsamen Anstrengungen aller beteiligten Akteure, weitere zielgerichtete Ausbildungsförderung, Vernetzung der Pflegebereiche, das Pflegepotential durch Angehörige gilt es weitestgehend zu unterstützen. Der Landkreis kann kaum oder nur sehr begrenzt das Pflegemarktgeschehen steuern bzw. auf dieses reagieren.
Annemarie Rockmann vom Seniorenbeirat Aschersleben bedankte sich für die wertvollen Analysen, bestätigte die getroffenen Empfehlungen, berichtete von geplanten Ortsbegehungen in den Ortsteilen der Stadt Aschersleben, den noch vielen Erfordernissen zur Verbesserung der Barrierefreiheit, aber auch zur Pflegekoordinierung und von dem unverzichtbaren engen Kontakt zwischen den Senioren und der jüngeren Generation in den Gemeinden, z.B. in Freckleben. Beiratsmitglied Siegfried Hampe bestätigte aus seiner Sicht die aufgezeigten Probleme im Sozialraum Stadt Seeland. Peter Maier, Stadtseniorenrat Staßfurt und Christine Pfeiffer, Stadt-seniorenrat Bernburg berichteten über viele demnächst geplante Veranstaltungen mit den Senioren.
Die demografische Entwicklung der Bevölkerung, die Überalterungstendenzen (Anzahl der Personen über 75 Jahre steigt in den nächsten Jahren rasant an), damit auch eine zunehmende Pflegebedürftigkeit, Singlehaushalte, Mobilität und Daseinsvorsorge waren wichtige Themen in der Gesprächsrunde, die in den Seniorenräten in diesem Jahr vor Ort beraten werden.
Die Seniorenräte wollen sich bei der Erarbeitung tragfähiger Lösungsansätze mit ihren Erfahrungen und Vorschlägen einbringen. Es gilt, mit lokalen Initiativen die gesellschaftliche Teilhabe, besonders der Senioren im ländlichen Raum auch in Zukunft zu ermöglichen. Generell gilt es generationsübergreifend zu denken, neben- und miteinander eine längere Lebenszeit zu genießen.
Das Gremium besteht aus jeweils einem Vertreter der Einheits- und Verbandsgemeinden und trifft sich regelmäßig. Anliegen ist es, die Interessen der älteren Generation im gesellschaftlichen Diskurs präsent zu halten und damit die Interessen der Senioren zu vertreten.