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16 - Fachdienst Amt zur Regelung offener Vermögensfragen

  Fachdienstleiter: Gerold Becher
Telefon: 03471 684-1312
Fax: 03471 684-2828
E-Mail:

Postanschrift

Salzlandkreis
FD Amt für offene Vermögensfragen
06400 Bernburg (Saale)

Besucheranschrift

Salzlandkreis
Karlsplatz 37
06406 Bernburg (Saale)

 

 Sprechzeiten:

Montag
09:00 – 12:00 Uhr
Dienstag
09:00 – 12:00 Uhr und 14:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch
geschlossen
Donnerstag
09:00 – 12:00 Uhr und 14:00 - 16:00 Uhr
Freitag
09:00 – 12:00 Uhr

AUFGABEN

Der Fachdienst 16 ist zuständig für

  • die Aufgaben des Amtes zur Regelung offener Vermögensfragen (ARoV) nach dem Gesetz zur Regelung offener Vermögensfragen (VermG),
  • die Genehmigung des land- und forstwirtschaftlichen Grundstücksverkehrs nach dem Grundstücksverkehrsgesetz (GrdstVG)
  • die Genehmigung von allen Grundstücksverkäufen nach der Grundstücksverkehrsordnung (GVO),
  • die Überwachung von Landpacht- und Fischereipachtverträgen nach dem Landpachtverkehrsgesetz (LPachtVG) und
  • die Bestellung und Überwachung gesetzlicher Vertreter für unbekannte Eigentümer nach § 11b VermG, Art. 233 § 2 Abs. 3 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch (EGBGB) und § 8 Verkehrswegeplanungsbeschleunigungsgesetz (VerkPBG)

 

Ansprüche nach dem VermG

Das ARoV entscheidet auf Antrag über die Rückübertragung oder Entschädigung von Vermögenswerten, die im Gebiet der ehemaligen DDR im Zeitraum von 30.01.1933 bis zum 27.09.1990

  • einer Maßnahme nach § 1 VermG unterlagen oder  
  • die durch rechtsstaatswidrige Verwaltungsentscheidungen im Sinne des Verwaltungsrechtliches Rehabilitierungsgesetzes (VwRehaG) oder durch rechtsstaatswidriger Strafverfolgungsmaßnahmen im Sinne des Strafrechtliches Rehabilitierungsgesetzes (StrRehaG) entzogen wurden. Diesbezügliche Anträge auf Aufhebung von rechtsstaatswidrigen Entscheidungen bzw. Maßnahmen nach dem VwRehaG und StrRehaG können noch bis zum 31.12.2019 gestellt werde.

Sofern ein entzogener Vermögenswert ganz oder teilweise für besondere Investitionszwecke nach dem Investitionsvorranggesetz (InVorG) verwendet wurde, ist das ARoV auch für die Entscheidung über die Auskehr des Veräußerungserlöses gemäß § 16 InVorG zuständig.

Des Weiteren ist das ARoV nach dem Ausgleichsleistungsgesetz (AusglLeistG) für die Entscheidung über die Gewährung einer Ausgleichszahlung für Vermögenswerte zuständig, die natürlichen Personen durch entschädigungslose Enteignungen auf besatzungsrechtlicher oder besatzungshoheitlicher Grundlage in dem Gebiet der ehemaligen DDR verloren haben.

Schließlich setzt das ARoV als Vertreter des Entschädigungsfonds auch die nach § 10 Nr. 3, 7, 8, 9 und 11 Entschädigungsgesetz (EntschG) an den Entschädigungsfonds abzuführenden Beträge fest, zum Beispiel

  • von Gebietskörperschaften oder sonstigen Trägern der öffentlichen Verwaltung, z. B. Sozialversicherung, Bahn, Post, den 1,3fache vor der Schädigung zuletzt festgestellte Einheitswert von Grundstücken, die wegen der Zugehörigkeit zu deren Verwaltungsvermögen nach Artikel 21 des Einigungsvertrages nach den §§ 4 und 5 des Vermögensgesetzes nicht restituierbar sind oder die wegen der Wahl von Entschädigung nicht restituiert werden oder
  • die Veräußerungserlöse aus dem Verkauf von ehemals volkseigenem Grund und Boden nach dem 27. Juli 1990 an die Inhaber dinglicher Nutzungsrechte für Eigenheime und Entgelte für die Nutzung ehemals volkseigenen Grund und Bodens durch die Inhaber dinglicher Nutzungsrechte für Eigenheime, wenn die Rückübertragung nach § 4 des Vermögensgesetzes ausgeschlossen oder wegen der Wahl von Entschädigung entfallen ist. Für Veräußerungen, die nach dem 17. Dezember 2003 beurkundet wurden, mindestens der im Zeitpunkt des Verkaufs geltende Kaufpreis gemäß § 68 des Sachenrechtsbereinigungsgesetzes;

Weitere Aufgaben des ARoV sind:

  • Gesonderte Ausstellung von Bescheiden über Erstattungen aus dem Entschädigungsfonds in den Fällen des § 7a Abs. 1 Satz 4 VermG sowie über den zu übernehmenden Teil von Aufbauhypotheken in den Fällen des § 16 Abs. 5 - 10 VermG
  • Bearbeitung, Prüfung und Entscheidung über Anträge nach dem DDR-Entschädi- gungserfüllungsgesetz (DDR-EErfG)

 

Genehmigungserteilung nach dem GrdstVG

Die rechtsgeschäftliche Veräußerung eines landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzten Grundstücks und der schuldrechtliche Vertrag hierüber bedürfen der Genehmigung.

Ist das Grundstück kleiner als zwei Hektar bedarf es nach dem Ausführungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt zum Grundstücksverkehrsgesetz einer solchen Genehmigung nicht.

Die Genehmigung darf nach § 9 GrdstVG nur versagt oder durch Auflagen oder Bedingungen eingeschränkt werden, wenn Tatsachen vorliegen, aus denen sich ergibt, dass

  • die Veräußerung eine ungesunde Verteilung des Grund und Bodens bedeutet oder
  • durch die Veräußerung das Grundstück oder eine Mehrheit von Grundstücken, die räumlich oder wirtschaftlich zusammenhängen und dem Veräußerer gehören, unwirtschaftlich verkleinert oder aufgeteilt würde oder
  • der Gegenwert in einem groben Missverhältnis zum Wert des Grundstücks steht.

Eine ungesunde Verteilung des Grund und Bodens liegt in der Regel dann vor, wenn die Veräußerung Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur widerspricht.

Eine unwirtschaftliche Verkleinerung oder Aufteilung liegt in der Regel dann vor, wenn durch Erbauseinandersetzung, Übergabevertrag oder eine sonstige rechtsgeschäftliche Veräußerung

  1. ein selbständiger landwirtschaftlicher Betrieb seine Lebensfähigkeit verlieren würde;
  2. ein landwirtschaftliches Grundstück kleiner als ein Hektar wird;
  3. ein forstwirtschaftliches Grundstück kleiner als dreieinhalb Hektar wird, es sei denn, dass seine ordnungsgemäße forstliche Bewirtschaftung gewährleistet erscheint;
  4. in einem Flurbereinigungsverfahren zugeteilte oder anlässlich einer mit öffentlichen Mitteln geförderten Aufstockung oder Aussiedlung eines landwirtschaftlichen Betriebes erworbene Grundstücke in der Weise geteilt werden, dass die Teilung diesen Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur widerspricht. 

 

Genehmigungen nach GVO

Im Gebiet der ehemaligen DDR bedürfen die nachfolgend bezeichneten Rechtsgeschäfte einer Grundstücksverkehrsgenehmigung:

  • die Auflassung eines Grundstücks und der schuldrechtliche Vertrag hierüber,
  • die Bestellung und Übertragung eines Erbbaurechts und der schuldrechtliche Vertrag hierüber.

Eine Genehmigung ist nicht erforderlich, wenn

  1. der Rechtserwerb des Veräußerers aufgrund einer nach dem 28. September 1990 erteilten Grundstücksverkehrsgenehmigung oder der Grundstücksverkehrsverordnung oder aufgrund einer Investitionsbescheinigung, einer Entscheidung nach § 3a VermG, eines Investitionsvorrangbescheides oder nach dieser Nummer in das Grundbuch eingetragen worden ist, sofern nicht ein Vertrag nach § 3c VermG vorliegt, oder wenn das Eigentum nach einer Feststellung nach § 13 Abs. 2 des InVorG nicht zurückzuübertragen ist oder
  2. der Rechtserwerb des Veräußerers aufgrund einer Entscheidung nach § 31 Abs. 5 Satz 3 oder § 33 Abs. 4 VermG in das Grundbuch eingetragen worden ist oder
  3. der Veräußerer selbst seit dem 29. Januar 1933 ununterbrochen als Eigentümer im Grundbuch eingetragen war oder zu diesem Zeitpunkt ein Dritter, von dem der Veräußerer das Eigentum im Wege der Erbfolge erlangt hat, im Grundbuch als Eigentümer eingetragen war oder
  4. das Rechtsgeschäft auf die Eintragung einer Vormerkung gerichtet ist oder
  5. der Rechtserwerb des Veräußerers nach dem 2. Oktober 1990 durch Zuschlagsbeschluss in der Zwangsversteigerung erfolgt und in das Grundbuch eingetragen worden ist.

Die Grundstücksverkehrsgenehmigung ist auf Antrag jeder der an dem genehmigungspflichtigen Rechtsgeschäft beteiligten Personen zu erteilen, wenn

  • bei dem Amt oder Landesamt zur Regelung offener Vermögensfragen oder Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen, in dessen Bezirk das Grundstück belegen ist, für das Grundstück in der Ausschlussfrist des § 30a VermG ein Antrag auf Rückübertragung nach § 30 Abs. 1 VermG oder eine Mitteilung über einen solchen Antrag nicht eingegangen oder ein solcher Antrag bestandskräftig abgelehnt oder zurückgenommen worden ist oder
  • der Anmelder zustimmt oder
  • die Veräußerung nach § 3c VermG erfolgt;

Die Grundstücksverkehrsgenehmigung kann auch erteilt werden, wenn der Antrag nach § 30 Abs. 1 VermG offensichtlich unbegründet erscheint, insbesondere weil Restitutionsansprüche angemeldet sind, die auf Enteignungen von Vermögenswerten auf besatzungsrechtlicher oder besatzungshoheitlicher Grundlage beruhen, oder weil Grundstücke im komplexen Wohnungsbau oder Siedlungsbau verwendet wurden.

Die Genehmigung ist im Übrigen zu versagen.

 

Überwachung von Landpacht- und Fischereipachtverträgen nach dem LPachtVG

Anzeigepflicht

Der Verpächter oder Pächter hat den Abschluss eines Landpachtvertrags bei Flächen ab einem Hektar durch Vorlage oder im Falle eines mündlichen Vertragsabschlusses durch inhaltliche Mitteilung des Landpachtvertrags der zuständigen Behörde binnen eines Monats nach ihrer Vereinbarung anzuzeigen anzuzeigen. Das gleiche gilt für vereinbarte Änderungen der in einem anzeigepflichtigen Landpachtvertrag enthaltenen Bestimmungen über die Pachtsache, die Pachtdauer und die Vertragsleistungen, sofern die Änderung nicht im Wege des Vergleichs vor einem Gericht oder vor einer berufsständischen Pachtschlichtungsstelle getroffen worden ist.

Der Anzeigepflicht unterliegen nicht 1.

1. Landpachtverträge, die im Rahmen eines behördlich geleiteten Verfahrens abgeschlossen werden und

2. Landpachtverträge zwischen Ehegatten oder Personen, die in gerader Linie verwandt oder bis zum dritten Grad in der Seitenlinie verwandt oder bis zum zweiten Grad verschwägert sind.

Beanstandung

Die zuständige Behörde kann einen anzuzeigenden Landpachtvertrag oder eine anzuzeigende Vertragsänderung beanstanden, wenn

  1. die Verpachtung eine ungesunde Verteilung der Bodennutzung, insbesondere eine ungesunde Anhäufung von land- und forstwirtschaftlichen Nutzflächen, bedeutet,
  2. durch die Verpachtung ein Grundstück oder eine Mehrheit von Grundstücken, die räumlich oder wirtschaftlich zusammenhängen, unwirtschaftlich in der Nutzung aufgeteilt wird oder
  3. die Pacht nicht in einem angemessenen Verhältnis zu dem Ertrag steht, der bei ordnungsmäßiger Bewirtschaftung nachhaltig zu erzielen ist.

Dabei liegt eine ungesunde Verteilung der Bodennutzung im Sinne der Nr. 1 in der Regel vor, wenn die Verpachtung Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur widerspricht.

Eine unwirtschaftliche Aufteilung im Sinne der Nr. 2 liegt in der Regel vor, wenn durch die Verpachtung die Nutzung von Grundstücken,

  1. die in einem mit öffentlichen Mitteln geförderten Verfahren zusammengelegt wurden oder
  2. deren Erwerb öffentlich gefördert wurde,

dem Verfahrens- oder Förderungszweck zuwider verändert wird.

Örtlich zuständig ist die Behörde, in deren Bezirk die Hofstelle des Verpächters liegt. Ist eine solche Hofstelle nicht vorhanden, so ist die Behörde zuständig, in deren Bezirk die verpachteten Grundstücke ganz oder zum größten Teil liegen.

 

Bestellung und Überwachung der Vertreter unbekannter Eigentümer oder Eigentümer unbekannten Aufenthalts von Grundstücken im Sinne von Art. 233 § 2 Abs. 3 EGBGB, § 11 b VermG und § 8 VerkPBG

Gesetzlicher Vertreter nach Art. 233 § 2 Abs. 3 EGBGB

Ist der Eigentümer eines Grundstücks, das sich im Gebiet des Salzlandkreises befindet, oder sein Aufenthalt nicht festzustellen und besteht ein Bedürfnis, die Vertretung des Eigentümers sicherzustellen, so bestellt der Salzlandkreis auf Antrag der Gemeinde oder eines anderen, der ein berechtigtes Interesse daran hat, einen gesetzlichen Vertreter. Im Falle einer Gemeinschaft wird ein Mitglied der Gemeinschaft zum gesetzlichen Vertreter bestellt. Der Vertreter ist von den Beschränkungen des § 181 des Bürgerlichen Gesetzbuchs befreit. § 16 Abs. 3 und 4 des Verwaltungsverfahrensgesetzes findet entsprechende Anwendung. Der Vertreter wird auf Antrag des Eigentümers abberufen.

Die Vorschrift des Art. 233 § 2 Abs. 3 EGBGB tritt in ihrem räumlichen Anwendungsbereich und für die Dauer ihrer Geltung an die Stelle des § 119 des Flurbereinigungsgesetzes auch, soweit auf diese Bestimmung in anderen Gesetzen verwiesen wird.

§ 11b des Vermögensgesetzes bleibt unberührt.

Gesetzlicher Vertreter nach § 11b VermG

Ist der Eigentümer eines ehemals staatlich verwalteten Vermögenswertes oder sein Aufenthalt nicht festzustellen und besteht ein Bedürfnis, die Vertretung des Eigentümers sicherzustellen, so bestellt der Landkreis oder die kreisfreie Stadt, in dessen oder deren Bezirk sich der Vermögenswert befindet, auf Antrag der Gemeinde oder eines anderen, der ein berechtigtes Interesse daran hat, einen gesetzlichen Vertreter des Eigentümers, der auch eine juristische Person sein kann. Sind von mehreren Eigentümern nicht alle bekannt oder ist der Aufenthalt einzelner nicht bekannt, so wird einer der bekannten Eigentümer zum gesetzlichen Vertreter bestellt.

Der gesetzliche Vertreter ist von den Beschränkungen des § 181 des Bürgerlichen Gesetzbuchs befreit. § 16 Abs. 3 des Verwaltungsverfahrensgesetzes findet Anwendung. Im Übrigen gelten die §§ 1785, 1786, 1821 und 1837 sowie die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs über den Auftrag sinngemäß.

Gesetzlicher Vertreter nach § 8 VerkPBG

Sind die Eigentumsverhältnisse an einem Grundstück ungeklärt, so hat die kommunale Aufsichtsbehörde der Gemeinde, in der das Grundstück liegt, in den Fällen, in denen ein Plangenehmigungsverfahren oder Vorarbeiten durchgeführt werden sollen, auf Antrag der Planfeststellungsbehörde und in den Fällen, in denen eine vorzeitige Besitzeinweisung angeordnet werden soll, auf Antrag der Enteignungsbehörde innerhalb von zwei Wochen nach Antragstellung einen Vertreter des Eigentümers zu bestellen. § 16 Abs. 3 und 4 des Verwaltungsverfahrensgesetzes findet Anwendung.

Sachgebiete

Restitution nach VermG/EALG

Tel.: 03471 684-1312
Fax: 03471 684-2828

GVO/GVG/Landpachtverkehr/gesetzliche Vertreterbestellung

Tel.: 03471 684-1306
Fax: 03471 6845-2828