18.Juli: Verheerender Bergrutsch in Nachterstedt
[28.07.2009] Informationen über die Katastrophe
[06.08.2009] Interview mit dem Landrat
Bei der Salzlandsparkasse ist ein Spendenkonto eingerichtet worden.
Stichwort: Katastrophengebiet Nachterstedt |
Informationen der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH
Samstag, 1. August 2009
Interview der "Mitteldeutschen Zeitung" mit Landrat Ulrich Gerstner.
Die Übernahme des Zeitungsbeitrages vom 01.08.2009 aus der MZ - Bernburger Kurier erfolgt mit freundlicher Genehmigung der "Mitteldeutschen Zeitung".
Informationen des Katastrophenstabes in den ersten Tagen nach dem Unglück:
Samstag, 18. Juli 2009
Am Samstag, 18. Juli 2009 kam es um 4:50 Uhr in der Ortslage Nachterstedt im Salzlandkreis zu einem Erdrutsch, in deren Folge ein Doppelhaus komplett und ein weiterers Wohnhaus zur Hälfte eingestürzt und in den angrenzenden Concordiasee gestürzt sind.
In der weiteren Folge wurden durch die eingesetzten Einsatzkräfte die umliegenden Häuser evakiert.
45 Bewohner können derzeit nicht zurück in ihre Wohnungen, 22 davon sind in gemeindlich verwalteten Ferienwohnungen untergebracht. Die übrigen Personen sind bei Verwandten oder Bekannten untergebracht. Die Gemeinde Nachterstedt hat an die betroffenen Bewohner Gutscheine für lebensnotwendige Dinge (Hygieneartikel, Lebensmittel) ausgegeben. Unter der Rufnummer 034741 9320 wurde eine Infohotline für dieBürger geschaltet.
Zum jetzigen Stand gelten 3 Bewohner der betroffenen Häuser als vermisst. Eine vierte Person, die sich eventuell in einem der Häuser aufgehalten haben könnte, konnte bislang nicht erreicht werden.
Der Einsatz einer Rettungshundestaffel konnte nicht erfolgen, da das Gelände weiterhin nicht betreten werden kann. Das Gelände ist weiträumig abgesperrt. Die Bevölkerung wird gebeten, die Absperrungen zu beachten und das Gebiet zu meiden. Die Staatsanwaltschaft Magdeburg und die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord haben die Ermittlungen zur Unglücksursache aufgenommen.
Sonntag, 19. Juli 2009
Zur Heranführung weiterer Einsatzkräfte wird die gesamte Ortslage Nachterstedt von 17:30 Uhr bis voraussichtlich 22:00 Uhr für den gesamten Verkehr gesperrt.
Ministerpräsident Prof. Dr. Böhmer hat sich vor Ort über die Situation informiert.
Um 12:00 Uhr hat Landrat Gerstner für den Concordiasee und das räumlich begrenzte Schadensgebiet in Nachterstedt den Katastrophenfall festgestellt.
Der Stab SAE (Stab Außerordentliche Ereignisse) wird im Rathaus Nachterstedt eingerichtet.
Montag, 20. Juli 2009
Unter Beachtung des heutigen Einsatzes des Erkundungskommandos des Panzerpionierbataillons 803 der Bundeswehrkam der Stab in seiner Lagebesprechung heute um 15:40 Uhr übereinstimmend zu dem Ergebnis, die Maßnahmen zur Ortung und Bergung der Vermissten einzustellen.
Wir wissen um die Schwierigkeit dieser Entscheidung, halten es jedoch für angemessen und fair im Umgang mit den betroffenen Familienangehörigen, nach Ausschöpfung aller Möglichkeiten diese zwingend notwendige Entscheidung zu treffen.
Den Angehörigen gilt unser tiefstes Mitgefühl.
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Der Zutritt der Bürger zu ihren Häusern konnte gestern Abend ohne Zwischenfälle abgesichert werden.
In der Nacht hat das THW Berlin-Steglitz, Fachgruppe Ortung aus verschiedenen Perspektiven Messungen mit einer Thermografiekamera am See durchgeführt. Es konnten keine lebenden Personen geortet werden.
Heute wird ein Pioniererkundungstrupp der Bundeswehr erwartet, der vom Wasser her Bergungsmöglichkeiten prüfen wird, wozu THW und Feuerwehr mit ihren Ausrüstungen nicht in der Lage sind.
Dienstag, 21. Juli 2009
Entgegen Verlautbarungen einiger Medien verfügen der Katastrophenschutzstab, das Bergamt und die Stadt Seeland, dass eine nochmalige Begehung der betroffenen Häuser im einsturzgefährdeten Bereich nicht gestattet wird!
Den Betroffenen werden Wohnungen angeboten.
Im Rathaus wurde ein Kontaktbüro der LMBV eingerichtet.
Entgegen anders lautenden Veröffentlichungen gilt die Haldenstraße als sicher.
Schrittweise werden die polizeilichen Absperrmaßnahmen durch technische (Bauzäune, Schilder...) ersetzt.
Donnerstag, 23. Juli 2009
Am Donnerstag, den 23.07.2009 wurde in einer großen Lagebesprechung unter Einbeziehung der Fachberater und aller beteiligten Behörden festgestellt, dass die Bewältigung der Großschadenslage maßnahmemäßig soweit abgearbeitet wurde, dass die Verantwortlichkeit nach dem Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landes Sachsen-Anhalt an die zuständige Gefahrenabwehrbehörde - hier die Stadt Seeland - übergehen kann.
Demzufolge wurde mit Wirkung vom 23.07.2009, 24:00 Uhr der festgestellte Katastrophenfall aufgehoben.
Der Salzlandkreis wird den Stab für außergewöhnliche Ereignisse der Stadt Seeland bei den weiteren Aufgaben unterstützen.
Der Salzlandkreis bedankt sich bei allen eingesetzten ehren- und hauptamtlichen Einsatzkräften für Ihre Unterstützung und außerordentliche Einsatzbereitschaft!


