Fachtagungs-Nachlese
[28.09.2009] Erste Fachtagung für die 175 Kindertageseinrichtungen im Salzlandkreis
Am 19.09.2009 führte das Jugendamt des Salzlandkreises, Bereich Fachberatung für Kindertageseinrichtungen, in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe „Frühkindliche Bildung“ der Arbeitsgemeinschaft nach § 78 des SGBVIII eine erste Fachtagung für die 175 Kindertageseinrichtungen im Salzlandkreis durch. Diese fand im Gymnasium Carolinum (Haus Friedrike) in der Zeit von 9:00 Uhr bis 15:30 Uhr in Bernburg statt. Es nahmen 158 TeilnehmerInnen daran teil.
Schwerpunkt der Fachtagung war die Umsetzung des Bildungsprogramms „bildung–elementer – Bildung von Anfang an“ des Landes Sachsen Anhalt in den Kindertageseinrichtungen imSalzlandkreis.

In ihrem Grußwort betonte Edith Völksch, Dezernentin für Jugend, Gesundheit und Arbeit des Salzlandkreises , welche Bedeutung die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher, von denen es viel zu wenig gäbe, in den Kindertageseinrichtungen habe.

Christel Wenzel, Amtsleiterin des Jugendamtes des Salzlandkreises, unternahm in ihrem Eröffnungsreferat eine kurze Zeitreise und stellte die Entwicklung der Kinderbetreuung in den letzten Jahren dar:
Bildung beginnt nicht erst in der Schule. Sie beginnt mit der Geburt und wird fortgesetzt in der Krippe, in der Kindertagesstätte, die mit eigenen Leistungsprofilen auf unterschiedliche Begabungen eingeht, ohne dem Selektionsdruck der Schule ausgesetzt zu sein.
Frühkindliche Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie stellt höchste Ansprüche an die Aus- und Weiterbildung der Erzieherinnen sowie an die Qualität und das Qualitätsmanagement des Bildungsangebotes.
Dies gilt besonders bei der Sprachförderung und der Vermittlung musischer und mathematisch-naturwissenschaftlicher Kenntnisse.
Sie stellt sich mit besserer und früherer Integration bildungsferner Schichten den sich verschärfenden sozialen Gegensätzen in unserer Gesellschaft früh entgegen.
Bildung und damit Humankapital ist die Voraussetzung für Innovation, Wachstum und Wohlstand. Ich bin überzeugt, dass jede Diskussion über Bildung ins Leere läuft, die nicht auch die ökonomischen Grundlagen berücksichtigt, die Bildung erst ermöglichen. Ich bin weiterhin überzeugt, dass Bildung zum Erhalt dieser wirtschaftlichen Basis immer auch beitragen muss.
Dabei stehen folgende Elemente im Mittelpunkt:
- die Umsetzung des aktuellen Bildungsprogramms,
die zielgerichtete Weiterbildung der Erzieher,
die stärkere Einbindung der Eltern,
die konsequente Qualitätsentwicklung,
ein effizienter Ressourcen-Umgang,
die Erleichterung des Übergangs in die Grundschule.
Kinderbetreuung vor 20 Jahren war eine andere als sie es heute ist. Nicht nur die gesellschaft-lichen Veränderungen ziehen Veränderungen in der Kinderbetreuung nach sich. Auch die Veränderungen in der Entwicklung der Kinder müssen berücksichtigt werden und fordern ein Umdenken.
Frau Wenzel stellt fest, dass in den Kindertageseinrichtungen im Salzlandkreis eine sehr gute inhaltliche Arbeit geleistet wird und dass vielseitige pädagogische Ansätze in den Einrichtungen umgesetzt werden.
Im Rahmen der Fachtagung fand eine Ausstellung statt, in welcher sich die Kindertages-einrichtungen in Form kleiner Präsentationen dar- und vorstellten. Diese Präsentationen wiesen den Weg zur Aula und waren im gesamten Treppenhaus ausgestellt


Eingereichte Fotos der Kindertageseinrichtungen wurden auch in Form einer Powerpoint-präsentation ganztägig gezeigt.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten die Möglichkeit, sich intensiv fachlich in den Workshops, aber auch in den Pausen auszutauschen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu erfahren und praktische Erfahrungen zu sammeln.
Workshop 1
„Entwicklung der Kinder von 0 - 3 Jahren“, Referentin Monika Lehmer, Fachaufsicht Landesverwaltungsamt:

Im Workshop wurden die entwicklungspsychologischen Grundlagen besprochen. Nachfolgende Fragen wurden in den Raum gestellt und gemeinsam bearbeitet:
Wie lernen die Kleinen? Was brauchen Sie? Welche Materialien und Räume sind geeignet, um Bildung in diesem Alter anzuregen? Welche Rolle spielen Eltern und wie kann ich als Erzieherin beobachten?
Workshop 2
„Übergang von der Kindertageseinrichtung zur Schule“, Referentin Friedlinde Hasenkrug:
Was ist ein Kooperationskonzept und wie kann es gemeinsam umgesetzt werden?
Was ist eine Schuleingangsphase und wie kann ich Übergänge gestalten? Wichtiger Aspekt auch hier die Einbeziehung der Eltern in diesen Prozess und wie Entwicklungsgespräche aufgebaut und geführt werden können.
Workshop 3
„Sprachentwicklung“, Referentin Kerstin Hofestädt, Sprechwissenschaftlerin:

Grundbausteine der Sprachentwicklung. Wo liegen die Ursachen von Sprachstörungen, wie kann ich als Erzieher fördern und wie kann ich die Eltern einbeziehen?
Workshop 4
„Hort als eigenständiger Lernort für Kinder – eine Ergänzung zum Schulalltag?“ Referentin Manuela Dallmann, Fachaufsicht Landesverwaltungsamt:
Hort als Bildungs- und Erziehungsort neben der Schule. Welche Erwartungen haben die Kinder, Eltern und Pädagogen? Methodik und Leitfaden zur Methodenauswahl wurden besprochen.
Workshop 5
„Gesunde Ernährung und Bewegung“, Referententeam Dr. Schwabe, Landesvereinigung für Gesundheit:
Bewegung in den Kindertageseinrichtungen, Möglichkeiten im Alltag. Gesunde Ernährung, was gehört dazu? Was leisten Kinder, wenn sie sich bewegen?
Workshop 6
„Musikalische Bildung in den Kindertageseinrichtungen“, Referentin Susann Föhre, Musikwissenschaftlerin aus Halle
Musikalische Früherziehung in den Kindertageseinrichtungen. Ist Musik nur Singen? Wie kann ich Musik mit Kindern machen und in den Alltag integrieren?
Workshop 7
„Haus der kleiner Forscher“, Referentin Stephanie Richter, Trainerin „Haus der kleinen Forscher“
Kinder als Forscher und Entdecker anerkennen. Wie positiv und offen ist die Einstellung der Erzieher gegenüber Technik und Naturwissenschaften?
Entdecken kann so faszinierend sein, Methoden und Formen der Umsetzung in den Kindertages-einrichtungen.
Die Workshops wurden von den ReferentInnen sehr praxisnah und informativ gestaltet. Aus dem Feedback heraus wurde deutlich, dass die Erwartungen an diese erste Fachtagung erfüllt wurden. Die Frage nach einer 2. Fachtagung wurde in den Raum gestellt und die Planung einer solchen angeregt.
Weitere Fotos:
Motto aller Workshops



