Reminiszenz zur Ehrung der "Salzlandfrau 2009"
[25.03.2009] Auszeichnungsveranstaltung am 8. März 2009 in Schönebeck
In den Jahren 2003 bis 2007 wurde im Altkreis Aschersleben-Staßfurt anlässlich des Internationalen Frauentages das ehrenamtliche Engagement von Frauen geehrt.
Die Idee dazu wurde vom Generalanzeiger Staßfurt und dem Wochenspiegel Aschersleben geboren. Sie suchten sich Gleichgesinnte und Sponsoren, wie z. B. die Gleichstellungsbeauftragte des Altkreises Aschersleben-Staßfurt, den Vorstand der Kreissparkasse Aschersleben-Staßfurt und die RiRo Staßfurter Speiseservice GmbH und organisierte mit ihnen die Preisvergabe in einem würdigen Rahmen.
Die damaligen Veranstalter, der Landrat des Salzlandkreises, die Oberbürgermeister der Städte Aschersleben, Schönebeck und Bernburg und Staßfurt sowie die Gleichstellungsbeauftragten der o. g. Behörden haben sich dafür ausgesprochen, dass das ehrenamtliche Engagement verdienstvoller Frauen auch weiterhin im Salzlandkreis Anerkennung finden sollte.
So fand die Auszeichnung zur „Salzlandfrau 2009“ am 08. März 2009 im IGZ INNO-LIFE Schönebeck GmbH in einem würdigen Rahmen statt.

(Wir danken Lothar Semlin, Wochenspiegel Bernburg,
für die Erlaubnis, seine Fotos zu verwenden)
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Im Salzlandkreis engagieren sich viele Frauen ehrenamtlich. Sie übernehmen Verantwortung für andere und unser Gemeinwohl und tragen durch ihre unverzichtbare Arbeit für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft bei.
So arbeiten sie ehrenamtlich in Vereinen, Verbänden, Organisationen und Selbsthilfegruppen, engagieren sich in karitativen und sozialen Einrichtungen, in der Kinder- und Jugendarbeit oder in der Gemeinde- und Kirchenarbeit. Aber auch als unermüdliche Mitarbeiterinnen in Unternehmen oder als Powerfrauen in Parteien sind sie aktiv.
Sie schenken der Gemeinschaft damit nicht nur ihre Zeit, sondern auch ihre Tatkraft, gute Fähigkeiten und Ideen, bringen Gemeinsinn, Solidarität und Zivilcourage in unsere Gesellschaft und machen sie damit lebenswert.
Erstmals wurden die verdienstvollen Leistungen dieser Frauen im Rahmen einer Festveranstaltung am 08. März 2008 im IGZ INNO-LIFE Schönebeck GmbH mit der Vergabe des Preises „Salzlandfrau 2009“ in den Kategorien
• Politik
• Gesellschaft
• Wirtschaft
• Kultur
• Soziales
ausgezeichnet. Auch ein Sonderpreis wurde vergeben.
Kategorie Politik
Preisträgerin: Frau Charlotte Freist

Frau Charlotte Freist ist eine Frau, die ihr soziales Engagement auf vielen Ebenen in der Stadt Hecklingen, vor allem im OT Hecklingen ausführt.
Die gebürtige Hecklingerin hat 35 Jahre als Stadträtin die Politik der Gemeinde erheblich mitgestaltet und sie tut es mit ihren 76 Jahren immer noch. Ständig im Einsatz für Jugend und Vereinsleben.
Der Staßfurter Oberbürgermeister René Zok hob in seiner Laudatio hervor, dass Frau Freist unermüdlich auf den Beinen ist, um sich vor allem für bedürftige Familien einzusetzen. So wurde durch ihr Engagement die Hecklinger Tafel im März 2006 gegründet. Damit wurde eine Anlaufstelle geschaffen, in der Harz IV-Empfänger mit Lebensmitteln versorgt werden können. In der Vorweihnachtszeit sammelt Frau Freist Spenden für eine Weihnachtsfeier für die Kinder bedürftiger Familien. Das Team der Hecklinger Tafel ist stolz darauf, solch eine Hilfe zu haben.
Frei Freist unterstützt regelmäßig die Kinder- und Jugendeinrichtungen. So durch die Vorbereitung und Durchführung von Festen, Wettkämpfen oder Diskussionsrunden, die in den Jugendclubs der Ortsteile stattfinden. Besonders im OT Hecklingen ist sie oft auch abends unterwegs, um Gelder für die Jugendeinrichtung zu sammeln.
Als Bundespräsident Roman Herzog im Jahr 1996 den 27. Januar zum „Tag des Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ erklärte, zögerte sie nicht, die demokratischen Kräfte im Umkreis zu einer eignen Gedenkveranstaltung nach Hecklingen einzuladen. Jedes Jahr stellt sie sich gemeinsam mit den gewählten Bürgermeistern an die Spitze der Organisatoren, um zum Thema „Hingucken! Hinhören! Handeln!“ auch gegen zunehmende rechtsextremistische Aktivitäten zu Gegenmaßnahmen aufzufordern.
Kategorie Wirtschaft
Preisträgerin: Frau Sigrid Meyer

Frau Sigrid Meyer ist seit Jahren Geschäftsführerin der Schönebecker Wohnungsbaugesellschaft mbH.
Sie verkörpert die in unserer Gesellschaft eher seltene Fähigkeit, effizientes wirtschaftliches Handeln mit sozialer Kompetenz zu verknüpfen. Dieses konsequente „Über-den-Tellerrand-Schauen“ im Interesse des Gemeinsinns qualifiziert diese Frau zur Ehrung mit dem Titel „Salzlandfrau“, so Herr Landrat Gerstner in seiner Laudatio.
Frau Meyer hat maßgeblich dazu beigetragen, das Instrument der „Telehilfe“ für ältere Bürgerinnen und Bürger in Schönebeck zu etablieren und den in diesem Interesse arbeitenden Verein „Selbstbestimmtes Wohnen“ zu gründen. Dort arbeitet sie ehrenamtlich als aktives Vorstandsmitglied mit.
Die Errichtung des Familienzentrums „Malzmühle“ ist ebenfalls eng mit dem sozialen Engagement dieser Frau verbunden. Sie bringt hier nicht nur Ideen ein, sondern hilft auch sehr engagiert bei deren Realisierung. So setzte sie sich dafür ein, dass ein ehemaliges Verwaltungsgebäude dem regionalen Bündnis für Familien zur Verfügung gestellt werden konnte.
Weiterhin ist Frau Meyer Mitbegründerin der Bürgerstiftung Schönebeck, welche sich neben ihrem sozialen Engagement unter anderem die Schaffung eines Hospizes auf die Fahnen geschrieben hat.
Große Unterstützung erfährt das Kommunikationszentrum für Bürger mit Migrationshintergrund in der „Straße der Jugend“ durch sie. Ihre Angebote und Maßnahmen zur Verbesserung der Integration dieser Bürger werden von den Betroffenen hoch geschätzt.
Sie ist auch eine der Mitinitiatorinnen und -organisatorinnen der in diesem Jahr zum dritten Mal stattfindenden, erfolgreichen Mittelstandsmesse der Region Schönebeck.
Nicht zuletzt bezieht Frau Meyer auch in ihrem unternehmerischen Handeln die Interessen der so genannten Schwächeren – der Älteren, Behinderten, Kinder, Migranten und sozial schlechter gestellten Menschen – kontinuierlich und konsequent mit ein.
Kategorie Gesellschaft
Preisträgerin: Frau Gabriele Gödeke

Frau Gabriele Gödeke hat als Vereinsvorsitzende vom ersten Tag an mit großem Einsatz, unerschöpflichen Ideen und viel Einfühlungsvermögen die Arbeit des Kirchbauvereins „Sankt Petri“ Großmühlingen e. V. vorangetrieben.
Neben den Vereinsmitgliedern gewann sie auch viele Einwohner von Großmühlingen, sich an den Arbeiten zu beteiligen. Zudem konnten mit ihrer aktiven Hilfe Fördermittel und Spendengelder in Größenordnungen eingeworben werden. Nur dadurch wurde es möglich, dass die Sankt Petri Kirche zu ihrem 125-jährigen Jubiläum und damit zu ihrer Wiedereinweihung im Jahr 2007 im neuen Glanz erstrahlen konnte.
Dem organisatorischen Geschick unserer Preisträgerin und ihrem breiten kulturellen Interesse ist es zu verdanken, dass danach in kurzer Zeit viele interessante Veranstaltungen in der Kirche stattfinden konnten, die schnell zu festen und beliebten Terminen wurden, wie
- das jährliches Sommerfest,
- die offene Kirche zum jährlichen Tag des offenen Denkmals,
- das Erntedankfest,
- das weihnachtliche Pro¬gramm zum jährlichen Nikolausmarkt oder
- Ausstellungen von Künstlern der Region im Ausstellungsbereich der Kirche.
Dank ihres großen Engagements und ihrer zupackenden Art konnte eine Projektgruppe gebildet werden, die sich intensiv mit den Vermächtnissen des Großmühlinger Pfarrers und Heimatforschers Friedrich Loose beschäftigt. Dieses Wissen sowie die Hilfe und Unterstützung des Landesheimatbundes und die Förderung durch das Land Sachsen-Anhalt waren der Grundstein für das Projekt „Mega Mulinga - ein typisches Bördedorf in der Mitte Deutschlands“.
Unter Anleitung unserer Preisträgerin wurden Einwohner und ehemalige sowie jetzige Besitzer der noch vorhandenen Gehöfte zu deren Geschichte befragt. Parallel wurden altes Kartenmaterial, Fotos und Urkunden gesammelt, um so ein lebendiges Bild zum Werdegang eines Bördedorfes zu gewinnen.
Frau Gödeke hat in der täglichen und vielfältigen Kleinarbeit zu diesem Projekt immer den großen Überblick und das Ziel im Auge behalten. So werden nicht nur in einer Internetpräsentation die einzelnen Höfe des Dorfes vorgestellt. Tafeln vor Ort geben Auskunft über die vorhandenen, aber auch über die nicht mehr vorhandenen Gehöfte.
Anliegen unserer Preisträgerein und aller ihrer Mitstreiter ist es, dieses Projekt nach Fertigstellung einer breiten Bevölkerung zugänglich zu machen, um allen die Geschichte über die eigene Herkunft und die gemeinsame Traditionen bewusst machen. Der dahinter stehende Wunsch ist es, das Zusammenwachsen der Großmühlinger und der umliegenden Bördedörfer zu fördern.
Schon heute kann das Resultat einjähriger Arbeit der Projektgruppe auf der Homepage www.kirchbauverein-grossmuehlingen.de betrachtet werden.
Neben der eigentlichen Projektarbeit ist es Frau Gödeke gelungen, viele Verbündete zu gewinnen. Sie hat es verstanden, ein Dorf wieder für seine eigene Geschichte zu interessieren und mit der restaurierten Kirche wieder einen geistigen und kulturellen Mittelpunkt für die Einwohner Großmühlingens, aber auch benachbarter Dörfer, zu schaffen.
Frau Gödeke, so der Laudator Herr Schulze, stellv. Vorstandsmitglied der Salzlandsparkasse Staßfurt, hat damit einen großen Beitrag geleistet, das Leben auf dem Dorf wieder interessanter zu gestalten und die dörfliche Gemeinschaft zu fördern.
Kategorie Soziales
Preisträgerin: Frau Sieglinde Menzel

Sieglinde Menzel ist 68 Jahre alt und hat bis zu ihrem Rentenalter als Kinderkrankenschwester im Dreischichtsystem in der Neugeborenenstation des Krankenhauses in Schönebeck gearbeitet.
Seit dem Jahr 1991 ist Frau Menzel Vorsitzende der Schönebecker Regionalgruppe des Vereins KALEB, der sich für den Schutz des geborenen und ungeborenen Lebens einsetzt.
Als erste große Aktion wurde eine Kleiderkammer für Bedürftige eröffnet, und seitdem der Verein vor über zwei Jahren in das Familienzentrum „Malzmühle“ umziehen konnte, wird dieser soziale Dienst von immer mehr Menschen in Anspruch genommen.
Im Verein KALEB konnte darüber hinaus schon vielen Frauen in Not geholfen werden, so durch praktische Hilfe oder durch das persönliche Gespräch.
Frau Menzel arbeitet heute noch aktiv und ehrenamtlich im Familienzentrum und ist „Leihomi“. Überall genießt sie durch ihre Hilfsbereitschaft, Offenheit und Freundlichkeit einen ausgezeichneten Ruf.
Auf ihr ehrenamtliches Engagement ist es zurückzuführen, dass die der Mutter-Kind-Kreis zu einer beliebten Anlaufstelle für Frauen mit Kindern entwickelt.
Als Mitglied des SCHALOM-Hauses, so der Laudator, Herr Koßmann, der stellvertretend für Schönebecks Oberbürgermeister Haase an der Festveranstaltung teilnahm, sind ihr christliche Maßstäbe außerordentlich wichtig. Vor diesem Hintergrund setzt sich Frau Menzel seit 18 Jahren als Vorsitzende der Regionalgruppe zum Wohle der Menschen der Stadt Schönebeck ein.
Kategorie Kultur
Preisträgerin: Frau Sabine Thalmann

Frau Sabine Thalmann organisiert seit 15 Jahren neben ihrer anspruchsvollen Tätigkeit an der Hochschule Anhalt überregional bekannte Kulturveranstaltungen, mit denen die Hochschule das Leben in der Stadt Bernburg und im Salzlandkreis wesentlich bereichert.
1. Das Klosterfest
Seit 1994 wird mit der Übernahme und Sanierung des Bernburger Klosters durch die Hochschule im Juni das Klosterfest organisiert. Die Leitung dieser Organisationsgruppe liegt in Frau Thalmanns Händen. Das Klosterfest ist mittlerweile für Bernburg ein Klassiker und bringt nicht nur mehrere tausend Studenten in die Talstadt, sondern hat auch bei Bernburger Bürgern ein wachsendes Interesse erfahren. Gleichzeitig hat sie sich seit den genannten 15 Jahren um die kulturelle Nutzung des Bernburger Klosters gekümmert. Alle Interessenten für kulturelle Veranstaltungen im Kloster haben mit ihr eine kompetente und hilfsbereite Ansprechpartnerin.
2. Das Historisches Erntefest in Bernburg-Strenzfeld
Seit 13 Jahren veranstalten die Hochschule Anhalt und die Landesanstalt für Landwirtschaft Bernburg das überregional bekannte Historische Erntefest. Die Leitung der gemeinsamen Organisationsgruppe lag stets in ihren Händen. Mittlerweile zählen wir zu diesem Ereignis rd. 15.000 Gäste mit wachsendem Zuspruch. Gerade auf dieser Veranstaltung wird traditionelle Kultur aus dem ländlichen Raum erlebbar gemacht. Hervorzuheben sind auch die Ideen von ihr, Kindereinrichtungen in diese kulturelle Schau einzubeziehen oder Insassen von Pflegeheimen des Landkreises eine kostenlose Teilnahme zu organisieren.
3. Die Klosterweihnacht
Die Klosterweihnacht wird seit nunmehr fünf Jahren zum dritten Adventwochenende organisiert. Auch hier liegt die Organisation bei Frau Thalmann. An den beiden Veranstaltungstagen kommen mittlerweile mehrere tausend Besucher. Gerade bei dieser Veranstaltung werden neben der internationalen Studentenkultur viele Kultur- und Musikgruppen aus dem Landkreis zur Teilnahme gewonnen. Die Veranstaltung bietet Kunst und Kultur sowohl für Kinder als auch für Erwachsende.
Die genannten kulturellen Veranstaltungen, so der Laudator, Herr Koller, stellv. Oberbürgermeister der Stadt Bernburg (Saale), wären ohne das hervorragende Engagement von Frau Thalmann nicht denkbar.
Sonderpreis für ehrenamtliches Engagement
Preisträgerin: Frau Maria Sahlmann

Unsere Preisträgerin ist sei vielen Jahren ehrenamtlich engagiert.
Frühlings-, Sommer- oder Kinderfeste in der Ascherslebener Jugendfreizeiteinrichtung am Walkmühlenweg sind ohne Frau Sahlmann ehrenamtliche Tätigkeit nicht denkbar. Ihr Spielestand darf dort seit Jahr und Tag auf keiner geselligen Veranstaltung fehlen. Mit Phantasie und Gestaltungskraft sorgt Frau Sahlmann für ein abwechslungsreiches Angebot und lange Warteschlangen an ihrem Stand.
Materialien, die sich für diverse Bastel- und Kreativarbeiten verwenden lassen, wirbt sie unermüdlich und uneigennützig bei Nachbarn, Freunden und Kollegen für die Kinder und Jugendlichen am Walkmühlenweg ein.
Sie sammelt auch Altpapier und Altglas, um sie bei kommerziellen Wertstoffhändlern gegen Entgelt zu veräußern. Von dem Erlös stiftet sie Preise für Feste und Feiern, um den jungen Besuchern des Jugendfreizeitzentrums eine kleine Freude zu bereiten. Und Frau Sahlmann sei’s gedankt, dass der schier unerschöpfliche Quell kleiner Naschereien in den Räumlichkeiten des Jugendfreizeitzentrums nie versiegt.
Anhand dieser wenigen Beispiele wird deutlich, inwieweit sich Maria Sahlmann in die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen, die für den südöstlichen Teil des Stadtgebietes zu einem wesentlichen Teil in dieser Einrichtung geleistet wird, mit ihrer ganzen Person einbringt.
Unsere Gesellschaft wäre um einiges reicher, wenn es mehr Frauen wie Frau Sahlmann gäbe, die das Wohl Anderer, Ärmerer oder Benachteiligter stets im Blick behalten, ohne eigene Vorteile daraus zu ziehen und einzig in der Freude anderer Menschen Lohn und Dank für ihre Bemühungen zu finden, so der Laudator Herr Ripalla, stellv. Oberbürgermeister der Stadt Aschersleben.



