Landrat und Kreisbrandmeister luden zur Jahresdienstberatung
[02.02.2010] Staatssekretär Erben: "Hervorragender Ausbildungsstand in den Wehren"
Wenn die Wehrleiter aller Feuerwehren des Landkreises zusammenkommen, dann braucht man eine Menge Platz. Und so musste in diesem Jahr die Mehrzweckhalle in Groß Rosenburg herhalten, um die „Chefs“ der 105 freiwilligen Feuerwehren unterzukriegen. Landrat Ulrich Gerstner (SPD) und der Kreisbrandmeister des Salzlandkreises Hans-Ulrich Robitzsch hatten am Freitagabend zur nunmehr 3. Jahresdienstberatung im Salzlandkreis eingeladen.
Dabei sprach sich Landrat Ulrich Gerstner für die Bildung eines gemeinsamen Kreisfeuerwehrverbandes aus und bot sich gleichzeitig als „Moderator“ für Verhandlungsgespräche an. „Ich bin mir sicher, wenn die Verbandsarbeit gut läuft und attraktiv für die Kameraden ist, wird sich auch perspektivisch eine Magnetwirkung einstellen. Dann können auch Befindlichkeiten überwunden werden, “ so Gerstner.
Weiterhin ging der Landrat auf das Thema Brandschutzabschnitte ein, von denen es aktuell 9 im Salzlandkreis gibt. Der Kreistag beschloss bereits im Jahr 2007 diese Zahl nur befristet – nämlich bis Ende 2010 – aufrechtzuerhalten. Im März wird es hierzu Gespräche zwischen dem Kreisbrandmeister, den Abschnittsleitern und deren Stellvertretern und dem zuständigen Fachamt des Kreises geben. Kreisbrandmeister Hans-Ulrich Robitzsch trat in seiner Ansprache zunächst den Äußerungen des Vorsitzenden des Landesfußballverbandes Werner Georg entgegen. Georg hatte in einer Sitzung des Innenausschusses des Landtages behauptet, dass die freiwilligen Feuerwehren von Rechtsradikalen unterwandert seien. „Gerade die ehrenamtliche Tätigkeit in den Freiwilligen Feuerwehren und insbesondere die Kinder- und Jugendarbeit unserer Wehren trägt dazu bei, dass ein sinnvoller Dienst getan wird und niemand hirnlosen Parolen nachlaufen muss“, so Robitzsch.
Auch die Einsatzbereitschaft zwischen 8 und 18 Uhr macht dem Kreisbrandmeister zu schaffen. Von den 105 Wehren sind nur 31 rund um die Uhr einsatzbereit. „Die Träger der Feuerwehr sind daher gefordert, ihrer gesetzlichen Pflicht zum Vorhandensein einer jederzeit einsatzbereiten Feuerwehr nach der territorialen Notwendigkeit nachzukommen“, forderte der Kreisbrandmeister.
Erfreut zeigte sich Robitzsch über die gestiegene Zahl der Kinderfeuerwehren im Landkreis. Im Jahr 2009 waren 241 Kinder, darunter 94 Mädchen in den Wehren aktiv – ein Anstieg um 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Hoffen wir, dass sich durch diese ehrenamtlich anspruchsvolle Aufgabe auch zukünftig der Anteil der Jugendfeuerwehr und mittelfristig unsere Einsatzabteilungen wieder diesen Anstieg zu verzeichnen hat,“ sagte Robitzsch.
Außerdem stellte der Kreisbrandmeister die Einsatzstatistik der Feuerwehren des Salzlandkreises vor. So mussten die Kameraden im Jahr 2009 zu 1.786 Einsätzen ausrücken. Dabei stellten 638 Brände und 846 Hilfeleistungen die Haupteinsätze der Wehren dar. Spitzenreiter in der Zahl der Alarmierungen war 2009 die Bernburger Feuerwehr. Die Bernburger Kameraden mussten insgesamt 183-mal ausrücken. Dahinter folgten die Ascherslebener (159 Einsätze), Schönebecker (Tischlerstraße, 148 Einsätze) und Staßfurter Kameraden (122 Einsätze). Andererseits sind die Feuerwehren: Etgersleben, Gerbitz, Klein Schierstedt, Schackstedt und Zens nur einmal zum Einsatz alarmiert worden.
Staatssekretär Rüdiger Erben (SPD) lobte in seinem Grußwort den hervorragenden Ausbildungsstand der Feuerwehrkräfte im Salzlandkreis. Immerhin besuchten im vergangenen Jahr 496 Teilnehmer verschiedenste Aus- und Fortbildungslehrgänge an der Brand- und Katastrophenschutzschule Heyrothsberge. Hinzu kamen 606 Teilnehmer bei kreislichen
Ausbildungsmaßnahmen in der Feuerwehrtechnischen Zentrale. Dies sein keine Selbstverständlichkeit und längst nicht in allen Landkreisen so, wie der Staatssekretär feststellte.
Erben sprach sich außerdem für den Erhalt der Rettungsleitstellen auf Kreisebene aus. „Ich bin der Meinung, dass eine Leitstelle für einen großen Landkreis erforderlich ist und auch beibehalten werden muss.“ Er widersprach damit Forderungen der Krankenkassen, die eine Verringerung der Rettungsleitstellen aus Kostengründen verlangen.

