Sonntag, 16.11.2008: Größter Jüdischer Friedhof im Landkreis öffnet seine Pforte
[12.11.2008] Beitrag der Kreisverwaltung im Rahmen von Veranstaltungen zum Gedenken an die Geschehnisse der Reichspogromnacht 1938
Bereits zum 10. Mal seit 1999 öffnet am Volkstrauertag der Jüdische Friedhof in Bernburg seine Pforten für die Öffentlichkeit. Die Begräbnisstätte ist mit ca. 400 erhaltenen Grabsteinen die größte ihrer Art im Salzlandkreis und in Anhalt. Wie bereits in den Jahren zuvor wurden auch 2008 wieder einige Grabsteine aufgestellt, die in der DDR-Zeit geschändet worden waren. In einer mehrmonatigen Beschäftigungsmaßnahme wurden die Grabanlagen das ganze Jahr über in einem würdigen Zustand erhalten.
Die Öffnung des Friedhofes ist der Beitrag des Salzlandkreises zum Gedenken an die furchtbaren Ereignisse des 9. November 1938. Eine kleine Ausstellung in der Trauerhalle des Friedhofes informiert u. a. über Zeugnisse jüdischer Kultur im Salzlandkreis, über den 9. November als Schicksalstag in Deutschland, über die vielleicht größte geistige Leistung, die je in Bernburg erbracht wurde – die Bibelübersetzung durch Salomon Herxheimer, über das Schicksal der Bernburger jüdischen Familie Gottheiner und über den jüdischen Bestattungsritus.
Der Friedhof ist von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Führungen durch Joachim Grossert finden bis 15 Uhr zu jeder vollen Stunde statt. Männer haben nur mit Kopfbedeckung Zutritt. Um eine Spende wird gebeten.
Lage des Jüdischen Friedhofes in Bernburg (Rößeberg)
Faltblatt des Arbeitskreises "Jüdische Geschichte in Bernburg"

2008 wurden wieder einige der 1955 und 1988 geschändeten Grabstein aufgestellt.
Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über Spendengelder.



